AfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch die SPD bleibt trotz Kritik beliebt
Michael TextorAfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch die SPD bleibt trotz Kritik beliebt
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) könnte bei der anstehenden Wahl in Sachsen-Anhalt laut dem Meinungsforscher Manfred Güllner die absolute Mehrheit erringen. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Umfrage, dass 41 Prozent der Ostdeutschen eine Wahl der AfD in Betracht ziehen, während 60 Prozent sie kategorisch ausschließen.
Bundesweit beabsichtigen derzeit 20 Prozent der Wahlberechtigten, die AfD zu wählen, weitere 8 Prozent könnten sich noch dafür entscheiden. In Westdeutschland könnten sich 24 Prozent eine Unterstützung der Partei vorstellen, in Ostdeutschland sind es mit 41 Prozent deutlich mehr. Güllner vermutet, dass das Wählerpotenzial der AfD zwar seinen Höhepunkt erreicht haben könnte, ihre aktuelle Stärke aber weiterhin beträchtlich bleibt.
Unterdessen genießt die SPD trotz Kritik an ihrer Politik weiterhin breite Sympathien. Fast die Hälfte der Deutschen steht der Partei nach wie vor positiv gegenüber, selbst wenn sie mit deren Kurs oder Führung nicht einverstanden sind. Ihr potenzielles Wählerklientel umfasst 46 Prozent des Elektorats, dicht gefolgt von der Union (CDU/CSU) mit 45 Prozent. Allerdings hat die SPD durch ihre starke Fokussierung auf Themen wie Mindestlohn und Bürgergeld an Rückhalt bei Industriearbeitern verloren.
Güllner ist überzeugt, dass eine Mobilisierung der Wähler der politischen Mitte eine AfD-Übermacht noch verhindern könnte. Zwar wünschen sich nur wenige, dass die SPD verschwindet, doch ihre aktuellen Schwierigkeiten sind offenkundig.
Der Aufstieg der AfD in Ostdeutschland steht im Kontrast zur anhaltenden Skepsis gegenüber ihren Inhalten. Da sowohl SPD als auch Union über ein großes Wählerpotenzial verfügen, könnte die Wahlbeteiligung der gemäßigteren Kräfte den Ausgang der Wahl entscheidend prägen. Die anhaltende Beliebtheit der SPD trotz Unzufriedenheit unterstreicht ihre weiterhin zentrale Rolle in der deutschen Politik.
