AfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt tiefe Spaltung über Verbotsforderungen und Koalitionen
Michael TextorAfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt tiefe Spaltung über Verbotsforderungen und Koalitionen
Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde Einstellungen gegenüber der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) vor drei entscheidenden Landtagswahlen in diesem Herbst. Die Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, zeigt tiefe Spaltungen in der Frage, welche Rolle die Partei in künftigen Regierungen spielen soll – und welche rechtlichen Herausforderungen ihr drohen könnten.
Während 38 Prozent der Deutschen ein Verbot der AfD befürworten, lehnen 47 Prozent dies ab. Gleichzeitig unterstützt eine knappe Mehrheit der CDU-Wähler – 51 Prozent – juristische Schritte, um die Partei vollständig zu ächten.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 durchgeführte Umfrage befragte 1.003 Personen zu ihren politischen Erwartungen. Fast sieben von zehn Befragten gehen davon aus, dass die AfD nach den Wahlen mindestens ein Ministerpräsidentenamt stellen wird. Davon erwarten 41 Prozent eine einzelne von der AfD geführte Landesregierung, während 28 Prozent der Partei die Machtübernahme in mehreren Bundesländern zutrauen.
Bei der Frage nach möglichen Koalitionen sprechen sich 40 Prozent der Befragten für ein Bündnis aus CDU und Linken aus – für den Fall, dass die AfD zwar stärkste Kraft wird, aber keine absolute Mehrheit erreicht. Unter CDU-Anhängern selbst ist die Meinung gespalten: 48 Prozent würden eine Zusammenarbeit mit der Linken bevorzugen, während nur 27 Prozent einem Pakt mit der AfD zustimmen würden.
Die Umfrage untersuchte auch die Haltung zur sogenannten „Brandmauer“ – der Weigerung etablierter Parteien, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) ist der Ansicht, dass diese Strategie der rechtspopulistischen Partei sogar zum Wachstum verhalf. Gleichzeitig erwartet eine Mehrheit der Deutschen nach den Herbstwahlen eine grundlegende Verschiebung der politischen Machtverhältnisse.
Die Ergebnisse zeigen ein Land, das über den künftigen Einfluss der AfD tief zerrissen ist. Während unter CDU-Wählern die Forderung nach rechtlichen Schritten gegen die Partei an Fahrt gewinnt und Koalitionsszenarien heftig diskutiert werden, könnten die anstehenden Wahlen die politische Landschaft Deutschlands neu prägen. Die Umfrage unterstreicht sowohl den wachsenden Einfluss der AfD als auch den anhaltenden Widerstand, dem sie begegnet.






