Baukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf historischem Tiefstand seit 1945
Michael TextorBaukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf historischem Tiefstand seit 1945
Deutschlands Bausektor steckt in einer tiefen Krise. Der Zementverbrauch ist auf ein Niveau gesunken, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet wurde. Gleichzeitig kämpfen Wohnungsbau und Infrastrukturprojekte mit massiven Problemen. Die Branche verzeichnet seit Jahren einen drastischen Rückgang – getrieben von hohen Kosten und Zinsen, die zusätzlich Druck aufbauen.
Der Zementverbrauch in Deutschland liegt derzeit 30 Prozent unter dem Wert von 2020. Dieser Nachfrageeinbruch hat die Werte auf das Vorkriegsniveau zurückgeworfen. Betroffen sind sowohl öffentliche Infrastrukturvorhaben als auch Investitionen in Gewerbe- und Büroimmobilien.
Trotz eines jüngsten Anstiegs der Baugenehmigungen um 10 Prozent bleibt der Wohnungsbau schwach. Doch zwischen Genehmigung und Baubeginn vergehen oft Monate. Besonders hart trifft es den privaten Wohnungsbau: Hohe Zinsen und explodierende Baukosten bremsen die Projekte aus.
Die Bundesregierung hat mit einem Sonderhaushalt gegensteuern wollen. Milliarden wurden für Infrastrukturprojekte bereitgestellt. Beamte erwarten, dass diese Mittel die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte beleben werden.
Noch wartet die Branche auf die Wirkung der neuen Bundesförderung. Sollten die bereitgestellten Milliarden greifen, könnte sich die Nachfrage nach Zement und die Bauaktivität erholen. Aktuell jedoch bewegt sich die Industrie auf historisch niedrigem Niveau.
