Bauwirtschaft 2026: Wachstum trotz explodierender Materialkosten und ungleicher Trends
Lia JunitzBauwirtschaft 2026: Wachstum trotz explodierender Materialkosten und ungleicher Trends
Gemischte Entwicklung im Bausektor zu Beginn des Jahres 2026
Die Bauwirtschaft zeigte in den ersten Monaten des Jahres 2026 eine uneinheitliche Entwicklung. Die Umsätze von Januar bis April blieben im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, während die Materialkosten weiter stark anstiegen. Unternehmen der Branche spüren zunehmend den Druck durch die explodierenden Preise.
Im April verzeichnete der Tiefbau das stärkste Wachstum unter den drei Hauptsegmenten. Der Wohnungsbau entwickelte sich ebenfalls positiv – sowohl Umsätze als auch Neuaufträge lagen über den Vorjahreswerten. Auch der Gewerbe- und Industriebau trug mit einem Umsatzplus von 6,8 Prozent im April zur positiven Bilanz bei.
Der öffentliche Bau profitierte von einer Umsatzsteigerung, da staatliche Auftraggeber vermehrt Projekte vergaben. Insgesamt stiegen die Neuaufträge in der Branche um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nichtwohnungsbau (ohne öffentliche Aufträge) blieb jedoch hinter den anderen Segmenten zurück.
Die Materialkosten bleiben eine zentrale Herausforderung: Allein der Preis für Bitumen kletterte im Mai 2026 um 31,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die steigenden Kosten für essenzielle Baustoffe belasten inzwischen Unternehmen in allen Bereichen der Branche.
Die Branche steht vor gegensätzlichen Trends: Eine starke Nachfrage im Wohnungs- und öffentlichen Bau treibt das Wachstum an, doch die hohen Materialkosten bremsen die Auftragseingänge. Die Unternehmen müssen diese Spannungen im weiteren Jahresverlauf meistern.
