Berlin plant 56.000 neue Wohnungen – doch das Tempelhofer Feld spaltet die Stadt
Michael TextorBerlin plant 56.000 neue Wohnungen – doch das Tempelhofer Feld spaltet die Stadt
Berlins kommunaler Wohnungssektor steht vor einem massiven Ausbau in den kommenden zehn Jahren. Die sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt planen, ihre Bestände um 14 Prozent auszuweiten und bis 2035 56.000 neue Wohnungen zu schaffen. Mit dieser Expansion soll der Wohnungsmangel bekämpft und bezahlbarer Wohnraum für Zehntausende Bewohner gesichert werden.
Ein zentraler Vorschlag sieht vor, Teile des Tempelhofer Felds, einer riesigen innerstädtischen Freifläche, zu bebauen. Dabei sollen 21.400 neue Wohnungen entstehen, während gleichzeitig 200 Hektar Wiesenland erhalten bleiben. Aktuell verwalten Berlins landeseigene Wohnungsunternehmen rund 408.000 Wohnungen. Bis 2030 soll diese Zahl auf 440.000 steigen und bis 2035 fast 465.000 erreichen. Der Großteil des Zuwachses entsteht durch Neubauten, doch die Stadt prüft auch den Ankauf bestehender Immobilien.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner unterstützt die Pläne, die Ränder des Tempelhofer Felds zu bebauen. Der von der Zivilgesellschaft mitgetragene Entwurf für das Gelände sieht vor, bis zu 50.000 Menschen unterzubringen, während große Freiflächen erhalten bleiben. Wird das Projekt genehmigt, könnte es eines der größten kommunalen Wohnungsbauvorhaben Berlins der letzten Jahre werden.
Insgesamt sollen durch die Expansion rund 120.000 Bewohner Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erhalten. Die Verantwortlichen betonen, dass der Ausgleich zwischen Neubau und Grünflächen – besonders in stark nachgefragten Gebieten wie dem Tempelhofer Feld – Priorität habe.
Der geplante Ausbau des sozialen Wohnungsbaus markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen steigende Mieten und knappen Wohnraum. Mit 56.000 neuen Wohnungen will die Stadt langfristig Zehntausenden ein Zuhause sichern. Ob das gelingt, hängt jedoch von Bauzeiten, Finanzierung und den Abstimmungen mit Anwohnern über Projekte wie das Tempelhofer Feld ab.






