13 June 2026, 00:23

"Berliner Erklärung" kämpft um drei Prozent des Haushalts für Kultur und gegen Kürzungen

Welchen Weg für die Kultur?

"Berliner Erklärung" kämpft um drei Prozent des Haushalts für Kultur und gegen Kürzungen

Die „Berliner Erklärung“ fordert mehr Mittel für Kultur

Die neu veröffentlichte „Berliner Erklärung“ verlangt, dass mindestens drei Prozent des Staatshaushalts für Kultur bereitgestellt werden. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen gefordert, um die Zukunft der Berliner Kunst- und Kulturszene zu sichern. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der kulturelle Einrichtungen unter wachsendem finanziellen Druck stehen.

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um den Wahlkampf in Berlin zu beeinflussen. Unter dem Motto „#deinstimmfürkultur“ wirbt sie im gesamten Stadtgebiet für mehr kulturelle Förderung und will das Thema auf die politische Agenda setzen. Die Gruppe hat zudem einen „Wahl-Prüfbogen“ für Kandidat:innen entwickelt, der unter anderem das Versprechen enthält: „Kunst- und Kulturvermittlung stärken!“

Prominente Vertreter:innen der Szene haben sich besorgt geäußert. Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen als Fehler. Er verwies auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße und berichtete, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein eigenes Leben geprägt habe. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Kämpfe der Branche mit dem Mythos von Ikarus und warnte vor den Gefahren chronischer Unterfinanzierung. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, ergänzte, dass steigende Mieten das Überleben der Einrichtung bedrohten.

Auch Politiker:innen zeigten bei der Veranstaltung Präsenz, darunter Katharina Marg von der Linken sowie Ronja Losert und Bertram von Boxberg, die Fraktionsvorsitzenden der Grünen.

Ziel der Erklärung und der Kampagne ist es, eine stabile Finanzierung für den Berliner Kulturbereich zu sichern. Angesichts der anstehenden Wahlen hofft die Initiative, die Kulturpolitik zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen. Die Zukunft vieler Einrichtungen hängt nun von politischen Entscheidungen ab.

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