Berliner Kirchen werden zu kühlen Oasen gegen die Sommerhitze
Kirchen in Berlin bieten Schutz vor der Sommerhitze
Berliner Kirchen engagieren sich als kühle Rückzugsorte vor der Hitze. Viele bleiben aufgrund ihrer alten Bauweise von Natur aus kühl – doch nur wenige stehen täglich offen. Nun haben kirchliche Verantwortliche ihre Gemeinden aufgerufen, Räumlichkeiten als öffentlich zugängliche Kühlorte bereitzustellen.
Die katholische und die evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg haben ihre Mitglieder kürzlich dazu aufgefordert, geeignete Kirchengebäude zu öffnen. Diese könnten während Hitzewellen als kühle Zufluchtsstätten dienen. Bisher sind jedoch nur 13 evangelische Kirchen an Werktagen durchgehend geöffnet, einige weitere unter bestimmten Bedingungen.
Die Marienkirche bleibt täglich zugänglich – dank des stetigen Touristenstroms und der damit verbundenen Einnahmen. Die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg ist dank ehrenamtlicher Helfer ganzjährig geöffnet. Die Wichernkirche in Spandau steht ebenfalls offen, hat bisher aber kaum hitzegestresste Besucher angelockt.
Viele andere Kirchen bleiben aus Sicherheitsgründen verschlossen: Sie schützen wertvolle historische Gegenstände vor Diebstahl oder Vandalismus und wollen Haftungsrisiken vermeiden. Finanzielle Engpässe schränken zudem ein, wie oft Gemeinden ihre Türen öffnen können. Unterdessen hat der Grünen-Politiker Werner Graf vorgeschlagen, während extremer Hitzeperioden klimatisierte Museen und Ausstellungshallen kostenlos zugänglich zu machen.
Der Senat steht in der Kritik, zu wenige kühle Rückzugsräume anzubieten. Kirchen bieten eine Teillösung – doch ihre Verfügbarkeit hängt von Ressourcen und Sicherheitsbedenken ab. Der Appell, mehr Gebäude zu öffnen, könnte die Belastung für öffentliche Einrichtungen bei künftigen Hitzewellen verringern.
