06 May 2026, 05:30

Bundesregierung kürzt Wohngeld – droht mehr Obdachlosigkeit durch Sparmaßnahmen?

Plakat an einer Wand mit dem Text "Umsiedlungsverwaltung: Felder werden durch Missbrauch ihrer Fruchtbarkeit beraubt" umgeben von einem Haus, Bäumen und Wasser.

Bundesregierung kürzt Wohngeld – droht mehr Obdachlosigkeit durch Sparmaßnahmen?

Die deutsche Bundesregierung plant im Rahmen umfangreicher Haushaltskürzungen weitreichende Änderungen bei den Wohnungsbauleistungen. Das Bundesbauministerium unter der Leitung von Verena Hubertz (SPD) strebt Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro an. Kritiker warnen jedoch, dass die Reformen die Obdachlosigkeit verschärfen und die steigenden Mieten nicht wirksam bekämpfen könnten.

Ministerin Hubertz schlägt eine Umstrukturierung der Wohngeldzahlungen vor, um das Sparziel zu erreichen. Eine zentrale Neuerung sieht vor, die gesetzliche Pflicht zur schriftlichen Antragstellung abzuschaffen – ein Schritt, der von Ina Scharrenbach (CDU), der Bauministerin Nordrhein-Westfalens, unterstützt wird. Sie argumentiert, dass die Abschaffung dieser Regelung ihrem Bundesland jährlich 2,2 Millionen Euro ersparen würde.

Die Gegenwehr gegen die Kürzungen ist massiv. Sahra Mirow von der Linken bezeichnete den Plan als kurzsichtig und warnte, dass er besonders schutzbedürftige Mieter treffen werde. Die grüne Abgeordnete Mayra Vriesema forderte stattdessen strengere Mietpreisbremse und betonte, dass niedrigere Mieten den Bedarf an staatlicher Unterstützung verringern würden. Scharrenbach hingegen bestand darauf, dass tiefgreifende Reformen – und nicht nur Kostensenkungen – nötig seien, um das System zu verbessern.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt die Bemühungen voran, den Bundeshaushalt auszugleichen. Hubertz jedoch warnte, dass Kürzungen beim Wohngeld mehr Menschen in die Obdachlosigkeit treiben und die Kommunen zusätzlich belasten könnten.

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Die geplanten Reformen werden nun im Parlament beraten. Falls sie verabschiedet werden, treten die Änderungen bereits im nächsten Jahr in Kraft – mit der Folge sinkender Staatsausgaben, aber möglicherweise auch einer größeren Gefährdung für Mieter. Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen Haushaltsdisziplin und dem dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Quelle