Bundesregierung plant neues Rentensystem – und löst damit Streit über Milliardenfonds aus
Ella WeihmannBundesregierung plant neues Rentensystem – und löst damit Streit über Milliardenfonds aus
Die Bundesregierung hat Pläne für ein neues, staatlich finanziertes Rentensystem vorgestellt. Demnach sollen die monatlichen Beiträge um zwei Prozentpunkte steigen und so jährlich mindestens 30 Milliarden Euro einbringen. Der Vorschlag hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie die Gelder verwendet werden sollen.
Im Rahmen des neuen Systems könnte der Rentenfonds die Mehrheit an der Deutschen Bahn übernehmen. Dadurch ließe sich das Unternehmen monetarisieren, während die staatliche Kontrolle erhalten bliebe. Zudem würde der Fonds der Bundesregierung indirekten Zugang zu Hunderten von Milliarden Euro für politisch geförderte Projekte verschaffen.
Friedrich Merz schlägt vor, die Mittel in den deutschen Kapitalmarkt zu lenken. Er betont dabei Investitionen in heimische Unternehmen sowie Wachstumsfinanzierungen. SPD-Minister könnten die Gelder ähnlich für Infrastrukturvorhaben, Start-ups oder Beteiligungen an der Rüstungsindustrie einsetzen.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki lehnt die Pläne entschieden ab. Die Idee, Rentengelder für Industriepolitik zu nutzen, bezeichnete er als „reinen Wahnsinn“. Stattdessen plädiert er für verlässliche und verantwortungsvolle Anlagen auf den globalen Märkten.
Das geplante Rentensystem würde die Beiträge erhöhen und einen beträchtlichen Fonds schaffen. Umstritten bleibt jedoch die Verwendung der Mittel für inländische Projekte. Kritiker warnen davor, Altersvorsorgegelder aus sicheren Anlagen umzulenken.
