Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung bis 2027
Michael TextorBundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung bis 2027
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft trotz steigender Kosten bis Mitte 2027 verlängert. Die Vereinbarung ermöglicht es öffentlichen Behörden, Microsoft 365 weiterhin unter denselben Bedingungen zu nutzen – obwohl die Preise um bis zu 13 Prozent steigen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit Bemühungen zur Verringerung der Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verzögern.
Der ursprünglich bis Juni 2026 gültige Rahmenvertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2027. Er erleichtert staatlichen Stellen den Einkauf von Microsoft-Produkten, verpflichtet sie jedoch nicht dazu. Gleichzeitig steigen die Preise für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor ab Juli 2023 um bis zu 13 Prozent.
Behörden und Unternehmen ohne alternative Softwarelösungen müssen die höheren Kosten tragen. Allein 2022 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus. Die Gesamtausgaben für US-Techgiganten bleiben unklar, da die Zahlen von Landes- und Kommunalbehörden nicht in den offiziellen Statistiken erfasst sind.
Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Vertragsverlängerung scharf. Sie bezeichnete sie als vertane Chance, sich von US-Technologieunternehmen zu lösen und Alternativen zu fördern. Die Entscheidung steht im Kontrast zu Frankreich, wo staatliche Einrichtungen bereits Fortschritte bei der Nutzung nicht-US-amerikanischer Software und Dienste gemacht haben.
Der verlängerte Vertrag sichert deutschen Behörden den Zugang zu Microsoft-Produkten für ein weiteres Jahr. Angesichts der Preiserhöhungen müssen öffentliche Einrichtungen jedoch mit höheren Ausgaben rechnen – es sei denn, sie steigen auf andere Lösungen um. Pläne der Regierung, die Gesamtausgaben für US-Technologieanbieter systematisch zu erfassen, gibt es bisher nicht.






