Bundeswehr: F126-Fregatten kosten 8 Milliarden Euro mehr als geplant
Michael TextorBundeswehr: F126-Fregatten kosten 8 Milliarden Euro mehr als geplant
Bundeswehr-Ressort kämpft mit steigenden Kosten und neuen militärischen Anforderungen
Eine aktuelle Überprüfung zeigt: Das Fregatten-Projekt F126 kostet mittlerweile über 18 Milliarden Euro – ein Plus von 8 Milliarden gegenüber der ursprünglichen Planung. Verteidigungsminister Boris Pistorius geht die Herausforderungen an, betont aber zugleich die enge Partnerschaft mit Frankreich, nachdem das gemeinsame FCAS-Programm (Kampfflugzeug der Zukunft) einen Rückschlag erlitten hat.
Die Bundesregierung beobachtet die Aufrüstung der Bundeswehr und deren finanzielle Folgen genau. Interne Prüfungen deckten den drastischen Kostenanstieg bei den F126-Fregatten auf, der das Budget auf über 18 Milliarden Euro treibt. Pistorius schloss eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht vorerst aus – trotz Personalmangels. Freiwilligkeit bleibe in den kommenden Jahren das zentrale Rekrutierungsprinzip.
Gleichzeitig unterstrich der Minister die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit, auch nach dem Scheitern des FCAS-Vorhabens. Er regte eine engere Kooperation mit der Autoindustrie an, um die Rüstungswirtschaft zu stärken. Um Lieferketten abzusichern, wurde ein neuer Runder Tisch eingerichtet, an dem Vertreter verschiedener Branchen teilnehmen, um Engpässe zu vermeiden.
Die Ampelkoalition einigte sich darauf, dass bei einem Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern zielgerichtete Maßnahmen ergriffen werden könnten. Eine bedarfsabhängige Auswahlpflicht bleibt zwar eine Option, steht aber derzeit nicht zur Debatte. Moderne Militärstärke, so Pistorius, beruhe auf Spitzentechnologie und dem Massen-einsatz kostengünstiger Drohnen.
Das Verteidigungsministerium balanciert zwischen steigenden Ausgaben, Rekrutierungsstrategien und industriellen Partnerschaften. Akute Änderungen bei der Wehrpflicht sind nicht geplant, Anpassungen könnten jedoch folgen, falls der Personalmangel anhält. Im Fokus stehen weiterhin freiwillige Rekrutierung, technologischer Fortschritt und branchenübergreifende Zusammenarbeit.
