14 March 2026, 00:23

Chefket-Auftritt im HKW eskaliert: Antisemitismus-Vorwürfe führen zur Ausladung

Eine detaillierte Karte von Israel und Palästina, die Städte, Flüsse und andere geografische Merkmale zeigt, mit Text und Linien, die das Ausmaß des Konflikts zwischen den beiden Ländern angeben.

Antisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Auftritt im HKW eskaliert: Antisemitismus-Vorwürfe führen zur Ausladung

Ein geplanter Auftritt des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) hat für Kontroversen gesorgt und schließlich zu seiner Ausladung geführt. Die Veranstaltung war Teil der von Jan Böhmermann kuratierten Reihe "Die Möglichkeit der Irrationalität", doch statt zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung kam es schnell zu einem Eklat. Vorwürfe des Antisemitismus und scharfe Medienkritik heizten die Stimmung weiter an – und verdrängten das eigentliche Anliegen der Reihe in den Hintergrund.

Chefket sollte am 7. Oktober im Rahmen von Böhmermanns Format auftreten, das sich mit Irrationalität in der öffentlichen Debatte beschäftigt. Doch Kulturminister Wolfram Weimer verurteilte die Einladung als Provokation und betonte, Antisemitismus dürfe "keinen Platz" haben. Die Bild-Zeitung warf dem Rapper eine antiisraelische Haltung vor, während Claudius Seidl von der Süddeutschen Zeitung behauptete, Chefket bestreite Israels Existenzrecht.

Öffentliche Äußerungen Chefkets zu Konflikten im Nahen Osten, insbesondere zur Israel-Palästina-Thematik, sind in zugänglichen Quellen nicht dokumentiert. Seine Texte und früheren Stellungnahmen zeigen jedoch eine klare Ablehnung von Antisemitismus sowie eine Haltung, die sich an humanistischen Werten orientiert. Dennoch hörte das HKW den Künstler vor der Ausladung nicht an – stattdessen sah es sich massiver Kritik ausgesetzt.

Die Folgen des Streits beschränkten sich nicht auf Chefket: Weitere Künstler, die für die Reihe geplant waren, sagten ihre Teilnahme ab und begründeten dies mit Unbehagen über den Umgang des HKW mit der Situation. Böhmermanns Versuch, Irrationalität in der Debattenkultur zu hinterfragen, scheiterte an pauschalen Schuldzuweisungen – ein Dialog oder eine sachliche Auseinandersetzung fand kaum noch statt.

Am Ende stand die Streichung Chefkets vom Programm und der Rückzug weiterer Beteiligter. Die Reihe, die eigentlich Irrationalität untersuchen sollte, wurde selbst zum Beispiel dafür, wie polarisierte Debatten jeden Diskussionsraum zerstören können. Bisher gibt es keine Berichte über weitere Auftritte oder öffentliche Stellungnahmen Chefkets zu dem Vorfall.

Quelle