Christian Ulmen droht Spiegel und NDR mit Klagen – der Eskalation im Deepfake-Streit
Michael TextorChristian Ulmen droht Spiegel und NDR mit Klagen – der Eskalation im Deepfake-Streit
Der Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Christian Ulmen und Medienhäusern hat sich zugespitzt. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe seiner Ex-Partnerin, der Schauspielerin Collien Fernandes. Ulmens Anwalt, Christian Schertz, droht nun dem Spiegel mit rechtlichen Schritten und wirft der NDR- und ARD-Talkshow Caren Miosga einseitige Berichterstattung vor. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe prüft unterdessen die Anzeige von Fernandes – der Fall bleibt weiter in der öffentlichen Diskussion.
Auslöser des Konflikts waren Fernandes' Vorwürfe, Ulmen habe Deepfake-Videos von ihr erstellt und verbreitet. Schertz wies diese Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnete sie als "falsch und haltlos". Auch die Spiegel-Berichterstattung über einen Vorfall auf Mallorca kritisierte er: Polizeiakten würden demnach "Fehlverhalten auf beiden Seiten" belegen, nicht die einseitige Darstellung des Magazins.
Besonders scharf ging Schertz mit der Talkshow Caren Miosga ins Gericht, in der Fernandes und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig zu Wort kamen, Ulmens Anwaltsseite jedoch nicht. Er betonte, er habe eine Teilnahme angeboten, sei aber abgelehnt worden. Die Redaktion wies den Vorwurf der Voreingenommenheit zurück und verwies auf "verantwortungsvollen Journalismus" sowie das "öffentliche Interesse" an der Thematik.
Der Streit hat sich zu einer grundsätzlichen Debatte über digitale Gewalt, Medienethik und die Rolle öffentlich-rechtlicher Sender bei der Berichterstattung über sensible Vorwürfe ausgeweitet. Die Itzehoer Staatsanwaltschaft prüft weiterhin Fernandes' ursprüngliche Anzeige gegen Ulmen.
Mit seinen juristischen Drohungen gegen den Spiegel und seiner Kritik an der Talkshow erhöht Schertz den Druck in einem ohnehin viel beachteten Fall. Das Ergebnis der Ermittlungen in Itzehoe und mögliche Klagen könnten die künftige Diskussion prägen, wie Medien mit Vorwürfen digitalen Missbrauchs umgehen.






