Cleverly-CEO Philipp Grassinger: Wie Resilienz und Neugier sein Leben prägen
Lia JunitzCleverly-CEO Philipp Grassinger: Wie Resilienz und Neugier sein Leben prägen
Philipp Grassinger, CEO und Mitgründer des Nachhilfe-Startups Cleverly, gibt Einblicke in seine persönliche Philosophie, Gewohnheiten und Ziele. Seine Lebenseinstellung verbindet Widerstandsfähigkeit mit Neugier – geprägt von Literatur, Reisen und einer praktischen Herangehensweise an Herausforderungen. Von seiner Vorliebe für ein schlichtes Leben bis hin zu seiner Bewunderung für Rafael Nadals Entschlossenheit sticht Grassingers Perspektive als sowohl pragmatisch als auch reflektiert hervor.
Sein Denken ist tief in Optimismus und Durchhaltevermögen verwurzelt. Für ihn ist das Glas immer halb voll, und Aufgeben kommt nicht infrage. Diese Haltung überträgt er auch auf seine Arbeit, die er nicht als Ablenkung von den Absurditäten des Lebens sieht, sondern als Möglichkeit, sinnvoll beizutragen.
Sein Geschmack tendiert zu Einfachheit und Tradition. Er übernachtet lieber in einem Zelt als in einem Luxushotel und wählt Nachtzüge statt Flüge. Beim Kaffee bevorzugt er die tiefe, schokoladige Note italienischer Röstungen. Selbst sein Frühstück spiegelt diese Vorliebe wider: Nutella – strikt als das Nutella bezeichnet – wird dick auf buttriges Brot gestrichen.
Literatur spielt eine zentrale Rolle in seinem Denken. Aktuell liest er Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig und setzt sich intensiv mit philosophischen Ideen auseinander. Dostojevskis These, dass außergewöhnliche Menschen Regeln brechen, hält er für zu simplifizierend – der Kontext sei entscheidend. Kafkas Sicht auf Macht und deren Missbrauch findet bei ihm Anklang. Ayn Rands Verteidigung des Egoismus wiederum spricht ihn an – wenn auch nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Sein Verhältnis zum Motorradfahren hat sich radikal gewandelt. Früher hielt er Bikes für unbequem und uncool, heute fährt er eine klassische Yamaha SR500. Abenteuer prägt auch seine Fantasie: Würde er in einen Käfer verwandelt, würde er sofort losfliegen, um unbekannte Orte zu erkunden.
Familie und Sicherheit stehen für ihn an erster Stelle. Mit unendlichem Reichtum würde er zunächst sicherstellen, dass seine nächsten Angehörigen nie finanzielle Sorgen hätten. Falls Startups keine Option mehr wären, würde er über eine Ausbildung zum Tischler nachdenken – angezogen von der handfesten Befriedigung, mit den Händen zu arbeiten.
Trotz seines Selbstvertrauats in vielen Bereichen bleibt Schwimmen eine Schwäche – im Kraulen sei er „schrecklich“, gibt er zu. Leichteren Tons fügt er hinzu, dass er einen Berlin-Besucher zuerst ins Otto an der Oderberger Straße führen würde, wo austro-deutsche Gerichte mit regionalen Zutaten serviert werden.
Für die Zukunft plant Grassinger, Italienisch und Programmieren zu lernen – Ziele, die seine Mischung aus kulturellem Interesse und praktischer Kompetenzentwicklung zeigen. Derzeit balanciert er Dankbarkeit für Gesundheit und Beziehungen mit den Anforderungen der Arbeit und globaler Unsicherheit.
Grassingers Lebensphilosophie verbindet Disziplin mit Offenheit. Als CEO von Cleverly fließen sein Glaube an harte Arbeit und Sinnstiftung in ein Unternehmen ein, das Nachhilfe mit psychologischer Beratung verbindet. Seine Entscheidungen – ob beim Reisen, Lesen oder im Alltag – offenbaren einen Menschen, der Tiefe über Oberflächlichkeit und Handeln über Passivität stellt. Die Zukunft sieht er in persönlichem Wachstum und der Absicherung derer, die ihm am nächsten stehen.






