28 March 2026, 18:25

Deutsche Industrie trotzt Deindustrialisierung – Studien zeigen unerwartete Stärke

Schwarzes und weiße Foto eines Fabrikinneren mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pölen, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Deutsche Industrie trotzt Deindustrialisierung – Studien zeigen unerwartete Stärke

Deutsche Industrie nicht von Deindustrialisierung betroffen – Studien zeigen Widerstandsfähigkeit

Drei unabhängige Untersuchungen des ifo Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung kommen zu dem Schluss, dass die deutsche Industrie keine Deindustrialisierung erlebt. Zwar zeigen die Berichte sowohl Stärken als auch anhaltende Herausforderungen auf, doch insgesamt erweise sich der Sektor als widerstandsfähig und zukunftsorientiert.

Die Ergebnisse belegen, dass 76 Prozent der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe mittlerweile aus Branchen stammen, die in den vergangenen fünf Jahren eine stetig steigende Nachfrage verzeichneten. Selbst in traditionell schwächeren Bereichen wie der Metallverarbeitung oder der Chemie dominieren hochwachstumsstarke Segmente die Unternehmensportfolios.

Die Nachfrage nach deutschen Halbleitern ist zwar zuletzt – vor allem wegen Überkapazitäten in der Automobilbranche – unter Druck geraten. Analysten erwarten jedoch ein internationales Wachstum, getrieben durch E-Mobilität und Technologien für autonomes Fahren wie SmartSiC. Bei Pharmazeutika sind die verfügbaren Daten hingegen noch zu begrenzt, um einen umfassenden globalen Vergleich zu ermöglichen.

Die Automobilindustrie selbst bleibt weiterhin in der Krise: Die Exporte nach China haben sich in den letzten Jahren halbiert, und der Wettbewerb hat sich verschärft. Anders als andere Sektoren ist es der Branche bisher nicht gelungen, erfolgreich auf wachstumsstarke Produkte umzustellen. Die Forscher schlagen ein Modell vor, bei dem Unternehmen Innovationen im Inland entwickeln, die Produktion aber ins Ausland verlagern – unterstützt durch verbesserte Kapitalmärkte, Steueranreize und flexiblere Regulierungen.

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Oliver Falck vom ifo Institut zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der deutschen Industrie. Er und andere Experten betonen, dass die Politik statt auf veraltete Strukturen zu setzen, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen müsse.

Insgesamt zeichnen die Studien ein gemischtes, aber weitgehend positives Bild der deutschen Industrie. Zwar bleiben Herausforderungen – insbesondere in den Automobil- und Halbleitermärkten –, doch der Großteil der Unternehmen konzentriert sich mittlerweile auf gefragte Produkte. Die Politik wird aufgefordert, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Innovation und globale Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden.

Quelle