Deutsche Krankenhäuser am Limit: 74 % kämpfen mit existenziellen Finanznöten
Lia JunitzDeutsche Krankenhäuser am Limit: 74 % kämpfen mit existenziellen Finanznöten
Eine neue Umfrage offenbart tiefe finanzielle Probleme in deutschen Krankenhäusern. Fast drei Viertel bewerten ihre aktuelle Lage als schlecht, viele kämpfen damit, grundlegende Kosten zu decken. Die Ergebnisse deuten auf eine weitere Verschärfung der Situation in den kommenden Monaten hin.
Die Erhebung, die vor der vollen Wirkung der jüngsten Sparmaßnahmen der Bundesregierung durchgeführt wurde, zeichnet ein düsteres Bild: Im Durchschnitt verfügen die Krankenhäuser über Liquiditätsreserven, die gerade einmal sechs Wochen für die laufenden Ausgaben reichen. Nur 9 % können ihre Betriebskosten mit den vorhandenen Mitteln auf unbestimmte Zeit tragen.
Besonders stark betroffen sind große Häuser. Unter den Krankenhäusern mit 600 oder mehr Betten stuft eine überwältigende Mehrheit von 95 % ihre finanzielle Lage als schlecht ein. Auch ländliche Einrichtungen bereiten sich auf einen Rückgang vor – 79 % erwarten, dass sich ihre Situation in den nächsten sechs Monaten weiter verschlechtern wird. Insgesamt rechnen 59 % aller Krankenhäuser mit einer weiteren Verschärfung in den kommenden Monaten.
Die finanzielle Not macht sich bereits beim Personal bemerkbar. Viele Einrichtungen könnten aufgrund knapper Mittel keine Jahresendprämien – darunter auch Weihnachtsgeld – auszahlen.
Ohne Gegenmaßnahmen droht die Finanzkrise die Krankenhausversorgung bundesweit zu destabilisieren. Die Einrichtungen arbeiten mit minimalen Spielräumen, und ein weiterer Niedergang könnte die Grundversorgung gefährden. Die Umfrage unterstreicht die Dringlichkeit, die Finanzierungslücken zu schließen, um einen flächendeckenden Kollaps der Gesundheitsversorgung zu verhindern.






