11 June 2026, 06:14

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für Kampf gegen Antisemitismus und Medienkritik

Zentralrat: Nuhr deckt 'Doppelmoral' der Medien auf

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für Kampf gegen Antisemitismus und Medienkritik

Der Satiriker Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis für sein Engagement gegen Antisemitismus und die Aufdeckung von Medienverzerrungen ausgezeichnet worden. Die nach dem Rabbiner Leo Baeck benannte Auszeichnung wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland an Persönlichkeiten verliehen, die sich für jüdisches Leben einsetzen und Vorurteile entlarven. Sie ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert und würdigt Menschen, die sich gegen Ungerechtigkeit stellen.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, überreichte Nuhr die Auszeichnung. Er lobte den Satiriker dafür, dass er konsequent Doppelstandards und antisemitische Tendenzen in deutschen Medien und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufzeigt. Schuster kritisierte zugleich Teile der Presse dafür, antisemitische Narrative zu verbreiten – insbesondere in der Berichterstattung über Israel und das Judentum.

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In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus keineswegs nur ein Problem des rechten Rands sei. Er komme auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten vor. Viele, die von sich behaupteten, antifaschistisch zu sein, verträten selbst antisemitische Positionen, so Nuhr.

Der muslimische Autor Ahmed Mansour aus Israel würdigte Nuhrs Mut. Er sagte, Nuhr äußere offen, was viele dachten, aber nicht zu sagen wagten. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Leo-Baeck-Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich Antisemitismus entgegenstellen und jüdische Gemeinschaften unterstützen. Nuhrs Auszeichnung unterstreicht seine Rolle bei der Bekämpfung von Medienverzerrungen und Vorurteilen. Der Preis macht deutlich, wie dringend es bleibt, Antisemitismus in allen politischen und kulturellen Bereichen zu bekämpfen.

Quelle