Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung
Wilhelm RoskothDieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung
Dieter Nuhrs umstrittener ARD-Auftritt: Witze über Femizide sorgen für Empörung
Der deutsche Komiker Dieter Nuhr hat mit seinem jüngsten ARD-Programm für Aufsehen gesorgt. Seine Witze über Frauen und Femizide haben heftige Kritik ausgelöst. Öffentlich-rechtliche Sender wie der rbb bieten seiner Art von Satire weiterhin eine Bühne – unter dem Deckmantel der künstlerischen Freiheit.
In seiner aktuellen Show verharmloste Nuhr Femizide, indem er scherzte, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Zudem riet er Frauen, ihren Partner vor dem Sex kennenzulernen, um nicht ermordet zu werden. Kritiker werfen ihm vor, der „Witz“ sei weder geistreich noch subtil, sondern verschiebe die Schuld von Tätern auf die Opfer.
Nuhr hat das Problem der Femizide wiederholt kleingeredet. Er behauptet, in Deutschland gebe es kein systemisches Problem mit der Tötung von Frauen, und die Wahrscheinlichkeit solcher Gewalt liege „praktisch bei null“. Seine Comedy zielt häufig auf Frauen als Pointe ab – und zementiert damit Klischees, statt sie zu hinterfragen.
Femizide gelten als brutaler Höhepunkt langjähriger Gewalt, Kontrolle und Frauenfeindlichkeit. Trotz der Kritik hat der rbb zwar die Vorwürfe zur Kenntnis genommen, aber angekündigt, dass es keine Konsequenzen für Nuhrs Programm geben werde. Die öffentlich-rechtlichen Sender verteidigen seine Auftritte mit dem Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit.
Doch Nuhrs Äußerungen haben die Debatte über die Grenzen von Comedy und die Verantwortung von Medienplattformen weiter angeheizt. Der Streit zeigt, wie umstritten die Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt in der öffentlichen Diskussion nach wie vor ist.
