19 April 2026, 12:21

DocMorris vor Machtkampf: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift, die 'Präsident Biden gibt Big Pharma nicht nach' lautet, und einem Logo unten.

DocMorris vor Machtkampf: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?

DocMorris steht vor einem Führungswechsel: Aktionäre drängen auf Abberufung von CEO Walter Oberhänsli

Als möglicher Nachfolger gilt Dr. Fritz Oesterle, ehemaliger Chef des Pharmagroßhändlers Celesio und eine umstrittene Figur in der Branche. Trotz hoher Investitionen bleibt die Profitabilität des Unternehmens jedoch weiter außer Reichweite.

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Oesterles Karriere nahm 2009 eine dramatische Wende, als der Europäische Gerichtshof ein Verbot externer Apothekenbeteiligungen bestätigte. Dieses Urteil durchkreuzte seine Strategie bei Celesio, die auf eine Liberalisierung des Marktes gesetzt hatte. 2011 musste er das Unternehmen verlassen und übernahm später Aufsichtsratsmandate in anderen Firmen.

Nun will sein Unterstützer, die Beteiligungsgesellschaft Ceplion, DocMorris zu einer führenden europäischen Digital-Health-Plattform unter dem Motto "Gesundheit auf Knopfdruck" umbauen. Doch Oesterles Expertise liegt im klassischen Großhandel und stationären Apotheken – nicht in digitaler Innovation. Sein ehemaliger Lobbyist Max Müller wechselt unterdessen in den Aufsichtsrat des Konkurrenten Redcare, was die dynamischen Verschiebungen in der Branche weiter unterstreicht.

Der Druck auf DocMorris wächst, da Konkurrenten wie die Schwarz-Gruppe und dm-drogerie markt in den Versandapothekenmarkt drängen. Hohe Marketingkosten und stagnierendes Wachstum halten die Gewinne niedrig – die Aktionäre sind ungeduldig. Auffällig ist, dass der aktuelle DocMorris-Chef Walter Hess in den Forderungen der Investoren bisher keine Rolle spielt.

Falls der Führungswechsel vollzogen wird, übernimmt Oesterle ein Unternehmen mit finanziellen Verlusten und wachsendem Wettbewerbsdruck. Der Schritt könnte einen erneuten Versuch darstellen, die Apothekenbranche zu revolutionieren – diesmal durch digitale Expansion. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob er frühere Rückschläge überwinden und sich an einen rasant wandelnden Markt anpassen kann.

Quelle