Galeria kämpft erneut um Überleben – droht die nächste Insolvenz schon 2026?
Lia JunitzHohes 'Cash-Burn': Galeria stolpert in die nächste Krise - Galeria kämpft erneut um Überleben – droht die nächste Insolvenz schon 2026?
Galeria steht vor neuer Finanzkrise – nur Monate nach kurzer Erholung
Die angeschlagene deutsche Warenhauskette Galeria steckt nur wenige Monate nach einer kurzen Phase der Besserung erneut in schweren Turbulenzen. Trotz des ersten operativen Gewinns seit über einem Jahrzehnt im vergangenen Jahr sind Umsätze und Leistung seither eingebrochen. Branchenexperten warnen nun, dass ohne schnelle Gegenmaßnahmen eine weitere Insolvenz droht.
Im Geschäftsjahr bis Oktober 2025 hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von über 100 Millionen Euro erzielt – ein Plus gegenüber dem Vorjahr und das erste positive Ergebnis seit mehr als zehn Jahren. Doch seit Dezember 2025 liegen sowohl die Umsätze als auch die finanzielle Performance deutlich unter den Erwartungen.
Häufige Wechsel in der Führungsspitze haben die Instabilität zusätzlich verschärft. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Olivier van den Bossche und Finanzvorstand Christian Sailer haben das Unternehmen bereits verlassen. Auch in unteren Managementebenen gab es hohe Fluktuation, etwa bei den Leitern für Einkauf, Controlling und Personal. Aktuell betreibt die Kette nach ihrem Relaunch 2024 noch 83 Filialen mit rund 12.000 Mitarbeitern.
Lieferanten zögern mittlerweile, Aufträge zu erfüllen, da sie die finanzielle Lage von Galeria kritisch sehen. Kreditversicherer stellen die Stabilität des Unternehmens infrage und verlangen im Rahmen bestehender Vereinbarungen, dass die Liquidität über 60 Millionen Euro bleiben muss. Ohne neue Investitionen, so heißt es aus Kreisen des Unternehmens, könnte Galeria nur noch wenige Monate durchhalten. Bisher sollen die neuen Eigentümer lediglich einen einstelligen Millionenbetrag eingezahlt haben.
Um Kosten zu sparen, will der Händler nun Mietverträge an acht Standorten neu verhandeln. Sollte sich die Lage nicht kurzfristig bessern, sind jedoch weitere Filialschließungen wahrscheinlich. Bereits jetzt kämpft das Unternehmen damit, Ware für die kommende Wintersaison zu sichern.
Die unmittelbare Zukunft von Galeria hängt davon ab, zusätzliche Mittel zu beschaffen und die Finanzen zu stabilisieren. Ohne schnelle Hilfen bleibt das Insolvenzrisiko hoch. Ob es gelingt, die Lager wieder aufzufüllen, Lieferanten zu halten und den Betrieb aufrechtzuerhalten, steht auf des Messers Schneide.