10 June 2026, 02:15

Gesetzliche Krankenversicherung droht Milliarden-Defizit bis 2030

Gesundheitsreform: Lücke in der Gesundheitsversicherung übersteigt geplante 3,5 Milliarden Euro

Gesetzliche Krankenversicherung droht Milliarden-Defizit bis 2030

Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung steht vor einer wachsenden Finanzkrise. Neue Prognosen zeigen ein Defizit von 3,5 Milliarden Euro für das Jahr 2023 – doch in den kommenden Jahren drohen weit größere Fehlbeträge. Der Bundestag beginnt bereits an diesem Freitag mit der Debatte über geplante Reformen.

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Die Ausgaben der Krankenkassen stiegen zu Beginn des Jahres 2023 stark an. Allein im ersten Quartal kletterten die Kosten für Ärzte, Medikamente und Krankenhausbehandlungen um 7,8 Prozent. Ursprünglich war für das gesamte Jahr ein Anstieg von 6,5 Prozent prognostiziert worden.

Die volle Tragweite der Finanzlücke wird sich jedoch erst 2025 zeigen. Danach verschärft sich die Lage deutlich: Für 2028 wird ein Minus von 1,9 Milliarden Euro erwartet, 2027 bereits 2,5 Milliarden und bis 2029 sogar 4,4 Milliarden. Bis 2030 könnte das Defizit auf 5,8 Milliarden Euro anwachsen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte bereits ein Sparpaket vorbereitet, um die Belastungen abzufedern. Darin enthalten war auch ein finanzieller Puffer von einer Milliarde Euro für die Kassen. Die von der Regierung vorgeschlagenen Reformen werden nun am Freitag erstmals im Bundestag beraten.

Die finanzielle Schieflage des Gesundheitssystems wird sich in den nächsten zehn Jahren weiter verschärfen. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Defizite ab 2025 kontinuierlich steigen. Die anstehende Parlamentsdebatte markiert den ersten Schritt, um die Krise in den Griff zu bekommen.

Quelle