Gewerkschafterin warnt vor sechs Jahren Stagnation und fordert klare Industriepolitik
Michael TextorGewerkschafterin warnt vor sechs Jahren Stagnation und fordert klare Industriepolitik
Yasmin Benner, eine führende Gewerkschaftsvertreterin, hat vor der sich verschärfenden wirtschaftlichen Lage in Deutschland gewarnt. Sechs Jahre der Stagnation bezeichnete sie als großes Problem. In ihren Äußerungen betonte sie zudem die Notwendigkeit klarer Industriepolitiken und gerechterer Unterstützung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Benner verwies auf die wachsenden Belastungen der Beschäftigten angesichts steigender Lebenshaltungskosten. Mieten, Energie- und Lebensmittelpreise setzten die Haushalte zunehmend unter Druck, erklärte sie. Gleichzeitig unterstrich sie ihre Rolle als Interessenvertreterin der Arbeitnehmer in dieser schwierigen Phase.
Kritik übte sie an jüngsten Vorschlägen zur Reform der Arbeitszeitregelungen. Stattdessen plädierte sie für bessere Ausbildungsprogramme und verbesserte Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Solche Maßnahmen, so Benner, würden das Wirtschaftswachstum nachhaltiger fördern.
In der Industriepolitik forderte sie gezielte Investitionen statt pauschaler Subventionskürzungen. „Planloses Geldverstreuen“ lehnte sie ab und warnte davor, Mittel ohne klare Prioritäten zu streichen. Ein „fairer Wettbewerb“ nach herkömmlichem Muster gebe es nicht mehr, sagte sie mit Blick auf die Konkurrenz mit den USA und China.
Obwohl sie prinzipiell zu einer Zusammenarbeit mit der Bundesregierung bereit sei, zog Benner klare Grenzen. Die Gewerkschaft könne keine Regierungsaufgaben übernehmen oder sich in politische Verhandlungen wie „Koalitionsgespräche 2.0“ einbinden lassen, betonte sie. Eine klare Rollentrennung sei für eine wirksame Politik unverzichtbar.
Benners Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit der wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Sie setzt sich für gezielte Industrieinvestitionen und bessere Arbeitnehmerrechte ein. Ihre Haltung spiegelt die breiteren Sorgen über Stagnation und globalen Wettbewerb wider.






