Gipsabbau in Unterfranken: Behörden sehen Risiken als beherrschbar – doch Kritik bleibt
Michael TextorGipsabbau in Unterfranken: Behörden sehen Risiken als beherrschbar – doch Kritik bleibt
Eine behördliche Bewertung kommt zu dem Schluss, dass der Gipsabbau in Unterfranken bei Einhaltung bestimmter Auflagen keine unkontrollierbaren Risiken berge. Das von der Knauf Gruppe geplante Vorhaben sieht vor, unterirdische Gipsvorkommen über einen Zeitraum von 50 Jahren abzubauen. Knauf begrüßte die Ergebnisse als weitere fachliche Bestätigung für seine Pläne.
Die unterfränkische Landesregierung prüfte das Projekt und erklärte, dass die Risiken durch strenge Schutzmaßnahmen beherrschbar seien. Ein Restrisiko bleibe zwar bestehen, werde aber als „handhabbar“ eingestuft – mit der Maßgabe, dass der Abbau bei einem Absinken des Grundwasserspiegels eingestellt werden müsse. Die Region ist von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden.
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden 79 Behörden angehört und über 4.300 öffentliche Einwendungen geprüft. Eine Online-Petition gegen das Vorhaben sammelte mehr als 5.600 Unterschriften. Die Grünen kritisierten die Bewertung scharf und warfen ihr vor, die Gefährdung des Trinkwassers zu verharmlosen.
Knauf muss die von der Regierung festgelegten strengen Auflagen erfüllen. Die endgültige Genehmigungsentscheidung liegt nun beim Bergamt Nordbayern, das bis Jahresende eine Entscheidung treffen soll. Das Projekt könnte umgesetzt werden, sofern alle Bedingungen erfüllt werden. Bis dahin bleibt die Debatte über Risiken und Nutzen des Vorhabens kontrovers.
