13 March 2026, 22:26

IG Metall gewinnt Betriebsratswahl in Zwickau – doch Rechtsextreme ziehen ein

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Verkaufsstelle mit Glaswänden auf dem Boden und hält ein Transparent mit Text, unter Deckenleuchten, scheinbar protestierend.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - IG Metall gewinnt Betriebsratswahl in Zwickau – doch Rechtsextreme ziehen ein

Die jüngste Betriebsratswahl im Volkswagen-Werk Zwickau endete mit einem deutlichen Sieg für die IG Metall, auch wenn die Unterstützung für die Gewerkschaft leicht nachgelassen hat. Die Abstimmung fand vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Stellenabbau und Produktionsdrosselungen am Standort statt, der sich auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen spezialisiert hat. Rund 8.200 Beschäftigte nahmen an der Wahl ihrer neuen Arbeitnehmervertreter teil.

Die IG Metall sicherte sich über 81 Prozent der Stimmen und errang 29 der 35 verfügbaren Sitze. Dieses Ergebnis bedeutet einen Rückgang gegenüber den fast 89 Prozent, die sie bei der vorherigen Wahl erreicht hatte – damals noch ohne ernsthafte Konkurrenz. Diesmal trat die Gewerkschaft gegen drei weitere Listen an, darunter das rechtsextremismusnahe Bündnis "Freie Betriebsratsallianz".

Die "Freie Betriebsratsallianz", die als der AfD nahestehend gilt, erhielt 11,5 Prozent der Stimmen und zog mit vier Sitzen in den Betriebsrat ein. Die "Alternative Liste" (Liste 1) kam auf knapp über 7,3 Prozent und erhielt zwei Sitze. Die Wahl hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, da Befürchtungen einer Rechtsverschiebung unter den Belegschaften bestanden.

Die Stimmung im Werk Zwickau bleibt gedrückt, nachdem Volkswagen angekündigt hatte, die Schichtzahl von drei auf zwei zu reduzieren, was bisher zu etwa 1.200 Stellenverlusten geführt hat. Der Standort, ein zentraler Player in der VW-Elektroauto-Produktion, ist zudem von den Pläne des Konzerns betroffen, bis 2030 bundesweit 35.000 Arbeitsplätze abzubauen. Zwar stehen die genauen Zahlen für Sachsen und Thüringen noch nicht fest, doch die Belegschaft blickt angesichts der anhaltenden Umstrukturierung einer ungewissen Zukunft entgegen.

Die Wahlergebnisse bestätigen die starke Position der IG Metall im Werk Zwickau, auch wenn ihre Vorherrschaft leicht geschwächt wurde. Angesichts bereits laufender Produktionskürzungen und weiterer zu erwartender Stellenstreichungen wird der neue Betriebsrat die Beschäftigten nun in einer Phase tiefgreifender Veränderungen vertreten. Die Bedeutung des Standorts für die Elektroauto-Produktion bleibt zwar zentral, doch die Belegschaft muss sich auf weitere Herausforderungen einstellen.

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