Industrie in Deutschland bricht ein: Auftragsrückgang trifft härter als befürchtet
Michael TextorIndustrie in Deutschland bricht ein: Auftragsrückgang trifft härter als befürchtet
Deutschlands Industrie erleidet schweren Rückschlag – Auftragseingang bricht stärker als erwartet ein
Die deutsche Industrie hat im April einen deutlichen Dämpfer erhalten: Die Auftragseingänge gingen weit stärker zurück als prognostiziert. Während Ökonomen mit einem Rückgang von 2 % gerechnet hatten, betrug der tatsächliche Einbruch 3,8 %. Die schwache Entwicklung nährt Befürchtungen vor einer tieferen Wirtschaftskrise – Experten warnen, die Lage könnte sich noch stärker verschärfen als in früheren Abschwungphasen.
Der Rückgang bei den Industrieaufträgen betraf alle Bereiche. Die Inlandsnachfrage schrumpfte um 2,9 %, während die Auslandsaufträge um 4,2 % einbrachen. Innerhalb der Eurozone war der Rückgang mit 11,1 % besonders drastisch.
Die Automobilbranche, eine der wichtigsten Stützen der deutschen Wirtschaft, verzeichnete einen Rückgang der Neugeschäfte um 5,3 %. Steigende Energiekosten und anhaltende Lieferkettenstörungen – verschärft durch die Spannungen im Iran-Konflikt – setzen die ohnehin schon gebeutelten Hersteller zusätzlich unter Druck.
Branchenvertreter schlagen Alarm: Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, bezeichnete die Stimmung in den Unternehmen als „katastrophal“. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erwartet nun, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal schrumpft. Dinglreiter warnte zudem, die aktuelle Krise könnte sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die Rezession während der Pandemie an Schärfe übertreffen.
Die jüngsten Zahlen bestätigen einen stärkeren als erwarteten Einbruch der industriellen Aktivität in Deutschland. Angesichts weiter steigender Energiekosten und anhaltender Lieferengpässe mehren sich die Herausforderungen für die Unternehmen. Analysten rechnen in den kommenden Monaten mit einer weiteren wirtschaftlichen Abkühlung.






