Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen
Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Abmahnungen, mit denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen bedrängt hatte, die das Wort "BOSS" in ihrem Namen führen.
Der Konflikt eskalierte, als der Modekonzern Hugo Boss (der Designer) kleine Unternehmen ins Visier nahm, darunter die Brauerei Boss Brewing aus Swansea. Das Familienunternehmen musste rund 12.000 Euro an Anwaltskosten aufbringen, nachdem es eine Unterlassungserklärung erhalten hatte. Ein weiterer Fall betraf die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss, die mit rechtlichen Drohungen konfrontiert wurde, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.
Die 1924 gegründete Modemarke verzeichnet jährlich Umsätze von über 2,7 Milliarden Euro. Doch ihre Geschichte ist belastet: Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen Uniformen für die SS an. 2011 entschuldigte sich der Konzern öffentlich für seine Rolle in dieser Zeit.
Lycett kündigte seinen Namenswechsel in den sozialen Medien an, wo die Aktion schnell zum Trend auf Twitter wurde. Im Gegensatz zum ursprünglichen Hugo Boss betonte er, niemals an der Produktion von NS-Uniformen beteiligt gewesen zu sein. Der Komiker kündigte zudem an, in seiner Show "Got Your Back" ein neues Produkt unter seinem neuen Namen auf den Markt zu bringen.
Lycetts Protest lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Spannungen zwischen dem Modegiganten und kleineren Organisationen. Die juristischen Auseinandersetzungen haben öffentliche Kritik ausgelöst, viele werfen der Marke vor, ihr Markenrecht überzogen durchzusetzen. Der Komiker will seinen Protest mit seiner bevorstehenden Show fortsetzen.






