15 March 2026, 04:19

Leipziger Buchmesse 2026: Politische Eklats überschatten literarische Highlights

Ein Plakat mit einem offenen Buch mit fetter Schrift und einer goldenen Krone darauf, mit der Aufschrift "Internationale Buchkunstausstellung Leipzig 1927".

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Die Leipziger Buchmesse 2026 startet diese Woche im Schatten politischer Kontroversen. Die Entscheidung von Kulturminister Wolfram Weimer, drei linke Buchhandlungen von einer bedeutenden Auszeichnung auszuschließen, hat für Aufsehen gesorgt. Trotz der Debatte versprechen die Veranstalter ein dichtes Programm mit renommierten Autor:innen und kulturellen Highlights.

Vor dem offiziellen Start am Mittwochabend verschärften sich die Spannungen. Für den Tag der Eröffnung ist eine Demonstration geplant, bei der gegen Weimers Schritt protestiert wird, die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises am 19. März abzusagen. Zudem strich der Minister drei linke Buchhandlungen von der Shortlist – ein Vorgehen, das als Zensurversuch kritisiert wird.

Die Messe selbst präsentiert ein starkes literarisches Programm. Zu den prominenten Gästen zählen Alice Schwarzer, Daniela Katzenberger, Sebastian Fitzek und Bernhard Schlink. Ein besonderes Highlight ist eine 18-stündige Lesemarathon von Juli Zehs Unterleuten, an dem neben der Autorin auch Bürger:innen und Politiker:innen teilnehmen.

Das diesjährige Schwerpunktthema widmet sich der Donauregion, mit 24 geplanten Gesprächen, Präsentationen und Podiumsdiskussionen. Der Leipziger Buchpreis wird in drei Kategorien vergeben, wobei in der Sparte Belletristik vor allem Frauen nominiert sind. Weitere Auszeichnungen sind die BookBeat Awards, der Kurt-Wolff-Preis und der Self-Publishing-Buchpreis.

Messedirektorin Astrid Böhmisch bedauerte zwar die Absage der Preisverleihung, betonte jedoch, dass die Entscheidung allein vom Ministerium und nicht von den Veranstaltern ausging. Weimer wird an mehreren Terminen teilnehmen, darunter die Eröffnungsrede und eine Diskussion über Meinungsfreiheit.

Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März statt und verbindet literarische Glanzpunkte mit der anhaltenden politischen Debatte. Durch Weimers Präsenz bei zentralen Veranstaltungen bleibt die Kontroverse präsenter denn je. Die Organisator:innen versichern jedoch, dass das kulturelle und künstlerische Programm wie geplant stattfinden wird.

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