14 March 2026, 06:45

Loriots legendäres Domizil am Starnberger See wechselt den Besitzer

Ein Plakat mit einer Europa-Karte von 1870, umgeben von Cartoons und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Loriots legendäres Domizil am Starnberger See wechselt den Besitzer

Vicco von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, hinterließ ein humoristisches Erbe, das bis heute nachwirkt. Sein ehemaliges Domizil am Starnberger See, das lange mit seinem Schaffen verbunden war, wurde nun vom Fernsehmoderator Günther Jauch erworben. Der Verkauf markiert einen neuen Abschnitt für ein Anwesen, das eng mit einem der beliebtesten Komiker Deutschlands verknüpft ist.

Loriot wurde für seinen scharfen Witz sowohl auf der Leinwand als auch in schriftlicher Form berühmt. In den 1950er-Jahren veröffentlichte er humorvolle Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks. Seine Sketche, darunter Die Nibelungen (1976) – im Original Zimmerwinkel-Trilogie –, zeigten sein Talent, alltägliche Missgeschicke in eskalierendes Chaos zu verwandeln.

Später drehte er zwei bekannte Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Obwohl viele annahmen, die Filme seien in seinem Haus am Starnberger See entstanden, fanden einige Dreharbeiten an anderen Orten statt. So diente das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure als Kulisse für Ödipussi, und das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg war in Pappa ante Portas zu sehen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung waren nicht alle seine Werke mit seinem Seegrundstück verbunden.

Neben dem Film hatte Loriot eine besondere Vorliebe für Möpse und hielt im Laufe der Jahre viele dieser Hunde. Seine Zuneigung zu der Rasse war unter Fans wohlbekannt. Nun ist sein ehemaliges Zuhause in die Hände von Günther Jauch übergegangen, der sich wiederholt als Bewunderer von Loriots Humor geäußert hat. Jauchs Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Stätten – etwa des Marmorpalais in Potsdam – lässt vermuten, dass er das Anwesen mit ähnlicher Sorgfalt behandeln wird.

Der Verkauf von Loriots Haus am Starnberger See an Günther Jauch verbindet zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Kultur. Das Anwesen, einst ein Symbol für Loriots schöpferisches Wirken, beginnt nun ein neues Kapitel unter einem Besitzer, der seine Geschichte schätzt. Unterdessen begeistern die Filme und Sketche des Komikers weiterhin das Publikum – Jahrzehnte nach ihrer Entstehung.

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