Luxus-Polizeilabor in Duisburg: 4,66 Millionen für Kaffee-Baristas und CSI-Kino
Ella WeihmannLuxus-Polizeilabor in Duisburg: 4,66 Millionen für Kaffee-Baristas und CSI-Kino
Das Duisburger Innovationslabor hat eine herkömmliche Polizeidienststelle in einen High-End-Arbeitsplatz mit ungewöhnlichen Annehmlichkeiten verwandelt. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, explodierten die Kosten des Projekts auf schließlich 4,66 Millionen Euro. Hauptkommissar Klaus Brandner leitet nun einen Bereich, in dem Kaffeemaschinen mit Café-Qualität konkurrieren und forensische Schulungen in einem Ultra-HD-Heimkino stattfinden.
Zu den Aufwertungen des Labors gehören ein zum Lounge-Bereich umfunktionierter Konferenzraum mit bequemen Sesseln und Billardtischen. Für Besucher steht sogar ein Stretch-Limousinen-Service bereit – auch wenn ein Gast Berichten zufolge stattdessen ein Taxi bevorzugte. Brandner selbst serviert Kaffee in Barista-Qualität aus einer Maschine mit 100 individuellen Einstellungsmöglichkeiten.
Unterdessen werden die forensischen Fähigkeiten der Beamten in einem Ultra-HD-Heimkino geschult, wo Ermittler CSI-Marathons verfolgen. Doch nicht alle Bereiche werden genutzt: Ein Überwachungs-Hotspot liegt verlassen da, der Fernseher ist defekt und ein Roboterhund abhandengekommen. Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) gab zu, dass vor Baubeginn keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde.
Brandner verteidigt die luxuriöse Ausstattung des Labors als Instrument gegen Korruption – die Annehmlichkeiten sollen die Beamten zufrieden und integer halten. Bei Erfolg möchte er ähnliche Einrichtungen in Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) einführen.
Das Labor vereint nun hochmoderne Schulungsmöglichkeiten mit unerwartetem Komfort. Die endgültigen Kosten lagen weit über den ursprünglichen Schätzungen, und einige Features bleiben ungenutzt. Bald müssen die Verantwortlichen entscheiden, ob sich das Modell auch an anderen Standorten in der Region replizieren lässt.






