24 April 2026, 22:18

Mecklenburg-Vorpommern streitet über Reform des Landesverfassungsgerichts – AfD in Umfragen vorne

Eine Karte aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen Deutschlands zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Mecklenburg-Vorpommern streitet über Reform des Landesverfassungsgerichts – AfD in Umfragen vorne

In Mecklenburg-Vorpommern entbrennt eine politische Debatte über geplante Reformen des Landesverfassungsgerichts. Die regierende Koalition aus SPD, Grünen und Linken will die Richterbestellung reformieren und die Unabhängigkeit des Gerichts sichern. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die rechtspopulistische AfD in Umfragen führt – und damit Sorgen über künftige Personalentscheidungen aufkommt.

Der Koalitionsplan sieht vor, bestehende Regelungen in der Landesverfassung zu verankern, darunter eine Amtszeitbegrenzung auf zwölf Jahre und eine Altersgrenze von 68 Jahren für Richter. Bisher erfordert die Neubesetzung einer Richterstelle eine Zweidrittelmehrheit im Landtag. Künftig soll das Gericht selbst Vorschläge für Nachfolgekandidaten unterbreiten können, falls innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf einer Amtszeit keine Einigung zustande kommt – ein Verfahren, das die Koalition als "Vermeidung von Blockadegefahren" bezeichnet. Eine einfache absolute Mehrheit würde die Kandidaten anschließend bestätigen.

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Kritik an den Plänen ließ nicht lange auf sich warten. Enrico Schult, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD, warf der Koalition einen "Verfassungstrick" vor, um das Gericht langfristig auf linke Politik auszurichten. CDU-Fraktionschef Daniel Peters lehnte den Vorstoß komplett ab und argumentierte, Demokratie müsse durch offene Debatten und Wahlergebnisse gestärkt werden – nicht durch Verfahrenstricks.

Aktuell liegt die AfD in Umfragen mit 34 Prozent klar vor der regierenden SPD, die auf 26 Prozent kommt. Die CDU erreicht 12 Prozent, die Linke 10 Prozent, während Grüne und BSW jeweils bei 5 Prozent liegen. Scheitert die Abstimmung über die Reform, bleiben die aktuellen Richter im Amt – und die künftige Zusammensetzung des Gerichts ungewiss.

Ziel der geplanten Änderungen ist es, politische Blockaden bei Richterernennungen zu verhindern und das Gericht vor kurzfristigen politischen Einflüssen zu schützen. Bei einer Zustimmung würde die Hürde für die Bestätigung von Richtern gesenkt und dem Gericht die Möglichkeit gegeben, bei stockenden Personalentscheidungen einzugreifen. Das Ergebnis der Abstimmung wird zeigen, ob das bestehende System bleibt – oder ob ein neuer Ansatz Wirksamkeit entfaltet.

Quelle