Mercedes-Benz diskutiert Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – Gewerkschaften widersetzen sich
Michael TextorMercedes-Benz diskutiert Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – Gewerkschaften widersetzen sich
Mercedes-Benz steht unter Druck, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Im Mittelpunkt der Debatte stehen Arbeitszeiten und Lohnkosten in Deutschland. Zwar gibt es interne Diskussionen, doch offizielle Verhandlungen über eine Änderung der aktuellen 35-Stunden-Woche wurden noch nicht aufgenommen.
Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, setzt sich für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ein. Er argumentiert, dieser Schritt sei entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken. Nach seinen Angaben sind die Arbeitskosten in Deutschland im internationalen Vergleich zu hoch.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, lehnt längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich ab. Er verweist darauf, dass einige deutsche Standorte bereits unterausgelastet seien. Zudem betont Lümali, dass Tarifverhandlungen in der Zuständigkeit von IG Metall und der Arbeitgebervereinigung lägen – direkte Gespräche zu diesem Thema seien daher derzeit nicht möglich.
Das Unternehmen bestätigt, nach Wegen zur Effizienzsteigerung zu suchen, stellt jedoch klar, dass es keine konkreten Pläne gebe, die bestehende 35-Stunden-Woche zu ändern. Der Vorschlag, die Arbeitszeit ohne zusätzliche Bezahlung zu verlängern, wurde von den Arbeitnehmervertretern abgelehnt. Mercedes-Benz bleibt weiterhin auf der Suche nach Lösungen, um die strukturellen Kosten zu reduzieren. Vorerst bleibt es bei der 35-Stunden-Woche, und es laufen keine offiziellen Verhandlungen.
