Natürliche Infrastruktur soll zur nationalen Sicherheit werden – doch fehlt der Schutz
Michael TextorNatürliche Infrastruktur soll zur nationalen Sicherheit werden – doch fehlt der Schutz
Ein neuer Bericht fordert Regierungen auf, natürliche Infrastruktur als entscheidend für die nationale Sicherheit zu behandeln. Darin wird betont, dass Seen, Wälder und Moore ebenso wie traditionelle Systeme wie Straßen oder Energienetze als kritisch eingestuft werden müssen. Ziel ist es, schwere Störungen durch Umweltversagen zu verhindern.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Anlagen wie Schienennetze, Stromversorgung und Wassersysteme. Der Bericht argumentiert, dass Ökosysteme essenziellen Schutz vor Hitzewellen, Pandemien und Extremwetter bieten. Ohne rechtliche Anerkennung fehlt es diesen natürlichen Systemen jedoch an ausreichendem Schutz.
Dem Nationalen Sicherheitsrat wird empfohlen, das Bewusstsein für Umweltrisiken in die militärische Ausbildung zu integrieren. Zudem werden eine bundesweite Kartierung wichtiger Naturgebiete und Frühwarnsysteme für den Rückgang von Ökosystemen vorgeschlagen. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen sollten öffentlicher und privater Sektor zusammenarbeiten, wobei Unternehmen in Klimaresilienz investieren.
Als erfolgreiche Beispiele nennt der Bericht Initiativen wie die Coral Triangle Initiative, bei der lokale Führungskräfte den Schutz von Ökosystemen stärkten. Zudem wird ein globaler Umstieg auf erneuerbare Energien gefordert – mit Verweis auf wirtschaftliche und gesundheitliche Vorteile durch Solar- und Windkraft.
Die Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritisch würde eine rechtliche Grundlage für ihren Schutz schaffen. Diese Änderung könnte das Risiko von Versorgungsengpässen und anderen Krisen verringern, die mit Umweltzerstörung zusammenhängen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, sowohl ökologische als auch gesellschaftliche Stabilität zu sichern.
