NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Ermittlungskompetenz gegen Extremismus
Lia JunitzNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Ermittlungskompetenz gegen Extremismus
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungskompetenz
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen deutlich auszubauen. Das unter dem Namen Digitale Streife geführte Projekt zielt darauf ab, digitale Bedrohungen durch den Ausbau spezialisierter Teams und die Schulung von Beamten in Open-Source-Intelligenz (OSINT) einzudämmen. Die Behörden bewerten den Schritt als entscheidend für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus im digitalen Raum.
Im Rahmen des Projekts wurde bereits das OSINT-Team des Landeskriminalamts (LKA) in Düsseldorf deutlich verstärkt. Was einst eine kleine Einheit mit nur zwei Beamten war, ist heute als Unterabteilung 22.2 mit 16 Spezialisten aktiv. Das Team, geleitet von Fabian Coenen, umfasst IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentrieren.
Landweit wurden fast 100 zusätzliche Beamte für OSINT-Aufgaben in sechs Staatsschutzeinheiten abgestellt. Diese Teams unterstützen dringende Operationen mit nationaler Sicherheitsrelevanz. Allein das LKA stellte zehn neue Kräfte ein, davon sechs für Coenens Unterabteilung.
In Köln leitet Swen Schubert die größte Einheit der Digitalen Streife mit 18 Beamten im Alter von 25 bis 52 Jahren. Ihre Arbeit trägt dazu bei, Online-Radikalisierung und extremistische Netzwerke zu zerschlagen.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, OSINT-Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), hat ein webbasiertes Schulungsprogramm entwickelt. Es umfasst zehn standardisierte Module, um Beamten einheitliche OSINT-Kenntnisse zu vermitteln. Die Kurse vermitteln Methoden zur Informationsbeschaffung aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Bedrohungen angeht. Mit größeren Teams, spezialisierter Ausbildung und einem Fokus auf Online-Extremismus soll die Initiative die Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden stärken, um sich wandelnden Sicherheitsherausforderungen zu stellen. Der langfristige Erfolg des Projekts hängt jedoch von kontinuierlichen Investitionen und der Zusammenarbeit zwischen den Behörden ab.






