Ökonomen zerpflücken Deutschlands maroden Bundeshaushalt – und schlagen Alarm
Lia JunitzÖkonomen zerpflücken Deutschlands maroden Bundeshaushalt – und schlagen Alarm
Deutschlands Bundeshaushalt steht in der scharfen Kritik führender Ökonomen. Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen, bezeichnete die aktuelle Finanzlage als "alles andere als solide". Er warnte, dass steigende Schulden und verschleppte Reformen langfristige wirtschaftliche Risiken schaffen.
Peichl wies auf die Gefahren übermäßiger Kreditaufnahme hin und erklärte, dass explodierende Zinskosten den Haushalt belasten. Neue Kredite schwächten zudem die Handlungsfähigkeit der Regierung in künftigen Krisen, so der Experte. Um die Finanzlast zu verringern, schlug er höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie eine neue Abgabe auf Zucker vor.
Statt jedoch Haushaltslücken zu stopfen, sollte das zusätzliche Aufkommen laut Peichl in Präventionsprogramme fließen. Zudem forderte er eine umfassende Überprüfung der Staatsausgaben und Subventionen, um unnötige Kosten zu streichen.
Emilie Höslinger vom Ifo-Zentrum für Makroökonomie und Umfragen teilte diese Bedenken. Sie warnte, dass schwache Reformen und wachsende Schulden die jüngeren Steuerzahler besonders belasten werden. Die Schuldenbremse, die eigentlich die Kreditaufnahme begrenzen soll, entfalte wegen zu vieler Ausnahmen kaum Wirkung, kritisierte Höslinger.
Die Warnungen der Ökonomen unterstreichen den zunehmenden Druck auf die deutschen Finanzen. Ohne strengere Ausgaben- und Kreditkontrollen werden die Zinslasten weiter steigen. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, den Haushalt zu stabilisieren und gleichzeitig den Fokus auf langfristige Vorsorgemaßnahmen zu lenken.






