Preisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Michael TextorPreisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung unter Stammgästen
Die Ticketpreise an der Mailänder Scala sind für bestimmte Plätze stark angestiegen und haben bei treuen Besuchern für Unmut gesorgt. Betroffen sind 36 Sitze in der zweiten Galerie, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Die Abo-Preise für diese Plätze kletterten von 800 auf 1.050 Euro.
Die Preiserhöhung fällt mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung der theaterinternen Werkstätten zusammen. Während die meisten Plätze nur leichte Aufschläge verzeichneten, hat der deutliche Anstieg für eine ausgewählte Gruppe von Sitzplätzen Kritik ausgelöst. Besonders verärgert zeigen sich die „Loggionisti“ – die Stammgäste der oberen Ränge –, die regelmäßig die günstigeren Plätze belegen.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, bei denen Flugblätter von den oberen Rängen geworfen wurden. Die Theaterleitung spielte die Empörung herunter und betonte, dass nur eine kleine Anzahl von Plätzen betroffen sei. Zudem wurde versichert, dass unter der aktuellen Intendanz von Fortunato Ortombina keine weiteren Preiserhöhungen geplant seien.
Trotz der Kontroverse bleibt die Scala das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiel übertrifft sie noch. Da das Haus derzeit mit einem Überschuss wirtschaftet, wird die Notwendigkeit der Preisanpassungen zusätzlich infrage gestellt.
Die Theaterführung beharrt darauf, dass es sich um eine einmalige Anpassung handle. In der Spielzeit 2025–26 wird ein Platz in der Galerie im Schnitt 45,56 Euro kosten, im folgenden Jahr dann 46,94 Euro. Nun bleibt abzuwarten, ob die Proteste Einfluss auf künftige Preisentscheidungen haben werden.






