Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichtet werden. Zehn offizielle Einsprüche wurden mittlerweile beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht.
Das Bündnis, zu dem unter anderem Scientists for Future und der BUND Mainz gehören, argumentiert, dass das 44-Millionen-Euro-Projekt den Klimazielen der Stadt widerspricht. Mainz strebt bis 2035 Klimaneutralität an, doch Kritiker befürchten, dass das Kraftwerk die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für Jahrzehnte zementieren würde. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete die Investition als Unterstützung für „veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie“ – und das zu einer Zeit, in der sauberere Alternativen verfügbar seien.
Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz nannte die Abhängigkeit von Gas „verantwortungslos“. Die Gruppen stellen zudem die langfristigen Pläne von KMW zur Umstellung auf Wasserstoff infrage und zweifeln an deren Machbarkeit, Kosten und ökologischem Nutzen. Stattdessen heben sie Batteriespeicher als eine erprobte und bezahlbare Lösung hervor, deren Preise in den letzten Jahren stark gesunken seien.
Eine für den 7. Mai geplante Anhörung zur Prüfung der Einsprüche wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte. Das Bündnis fordert nun Gespräche mit der Behörde und KMW, um klimaneutrale Alternativen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.
Das Genehmigungsverfahren ist vorerst ausgesetzt, während die Einsprüche geprüft werden. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Projekt fortgeführt wird oder ob nach alternativen Lösungen gesucht werden muss. Bis dahin bleibt die Debatte über die Zukunft des Kraftwerks ungelöst.






