25 June 2026, 04:16

RAW-Gelände in Berlin: Kultur vs. Wohnungsbau – wer setzt sich durch?

Protest auf Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kultur vs. Wohnungsbau – wer setzt sich durch?

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel, während sich der Konflikt zwischen dem Eigentümer und der Stadt weiter zuspitzt. Mieter des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerks erhalten widersprüchliche Signale: Manche werden aufgefordert, das Gelände zu räumen, anderen werden neue Verträge angeboten. Im Mittelpunkt des Streits stehen Pläne für neuen Wohnraum und der Erhalt der historischen Hallen, in denen Clubs und kulturelle Einrichtungen untergebracht sind.

Das RAW-Gelände diente einst als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge, bevor es nach dem Fall der Berliner Mauer in Vergessenheit geriet. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einem lebendigen Zentrum mit Konzertlocations, einem Biergarten, einer Skatehalle, einer Kletterhalle, Lagerhallen sowie Märkten für Weihnachts- und Flohmarktstände.

Im Januar drängte die Kurth Group, die das Gelände besitzt, auf eine schnellere Baugenehmigung für den Bau von Wohnungen. Später warf das Unternehmen der Stadt vor, frühere Absprachen über die Anzahl der Wohnungen und den Schutz der denkmalgeschützten Hallen – in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind – gebrochen zu haben.

Mitte Mai schlugen die Senatsverwaltung und der Bezirk ein Rahmenabkommen vor, um die Krise beizulegen. Die Kurth Group lehnte ab. Senat und Bezirk warfen dem Eigentümer daraufhin vor, die Clubs und die vielfältige soziokulturelle Szene des Geländes gezielt unter Druck zu setzen.

Die Proteste haben bereits begonnen: Dutzende versammelten sich am Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Der Club Cassiopeia droht nun bereits ab nächster Woche die Räumung, andere Einrichtungen könnten folgen.

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Die Pattsituation lässt die kulturelle Zukunft des RAW-Geländes ungewiss erscheinen. Einige Mieter wurden aufgefordert, das Gelände zu verlassen, während andere auf neue Verträge warten. Der Streit über die Entwicklungspläne und den Denkmalschutz bleibt ungelöst – und gefährdet damit die langjährige Gemeinschaft vor Ort.

Quelle