11 April 2026, 12:21

Reformstreit um Regionalliga: Warum Vereine gegen das neue Vier-Ligen-Modell kämpfen

Alte Deutschlandkarte auf Papier, zeigt die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden mit regionalen Textdetails.

Reformstreit um Regionalliga: Warum Vereine gegen das neue Vier-Ligen-Modell kämpfen

Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System stößt auf heftigen Widerstand von Vereinen und Funktionären. Die von einer Arbeitsgruppe unterstützte Initiative sieht ein regionales Modell vor, das die Ligastruktur grundlegend verändern würde. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, ungerechte Teilungen zu schaffen und kritische Vereine zu bestrafen.

Der Streit entbrannte, als eine 13-köpfige Arbeitsgruppe einstimmig ein Vier-Ligen-Modell für die Regionalliga befürwortete. Ihr regionaler Ansatz würde die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenlegen, während West und Südwest unverändert blieben. Ziel war es, allen Regionalliga-Meistern weiterhin den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen.

Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bezeichnete den Vorschlag als "völlig realitätsfremd". Er warnte, dies würde den NOFV faktisch auflösen, und behauptete, die Vereine sähen darin eine Strafe für ihre offene Kritik. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, wies die Idee als "schlechten Scherz" zurück und verwies auf "besorgniserregende Fehleinschätzungen" seitens der Verantwortlichen in den Führungsgremien des deutschen Fußballs.

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Viele Vereine bevorzugen stattdessen das Kompass-Modell, das die Staffeleinteilung jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet. Der 1. FC Lokomotive Leipzig unterstützt diesen Ansatz und hält ihn für die wettbewerbsfähigste und attraktivste Lösung – mit traditionellen Vereinen und starkem Zuschauerzuspruch. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", argumentierte, das regionale Modell sei ein politischer Schachzug, der die Spaltung im deutschen Fußball vertiefen würde. Rund 70 Vereine der Reforminitiative stehen hinter dem Kompass-Modell, das Winkler als die gerechtere Alternative bezeichnet.

Die Debatte dreht sich nun darum, welches Modell die Zukunft der Regionalliga prägen wird. Während der regionale Vorschlag auf Ablehnung stößt, gewinnt das Kompass-Modell unter den Vereinen zunehmend an Zustimmung. Die endgültige Entscheidung wird darüber bestimmen, wie die Ligen strukturiert werden und welchen Teams ein klarerer Aufstiegspfad eröffnet wird.

Quelle