Siemens plant radikale Umstrukturierung für mehr Effizienz und zentrale Steuerung
Wilhelm RoskothSiemens plant radikale Umstrukturierung für mehr Effizienz und zentrale Steuerung
Siemens plant eine umfassende interne Umstrukturierung, um seine Geschäftsbereiche zu zentralisieren und Ineffizienzen abzubauen. Der Schritt folgt auf die früher von Vorstandschef Roland Busch angekündigte Neuausrichtung hin zu einer integrierten Technologiegruppe. Zwar wurden bisher keine Stellenstreichungen bestätigt, doch werden in Schlüsselbereichen des Konzerns Veränderungen erwartet.
Die Restrukturierung knüpft an die vorherige Ausgliederung von Healthineers an und markiert einen weiteren Schritt in der langfristigen Strategie des Unternehmens. Mit dem neuen Ansatz einer "Einheitlichen Technologiefirma" will Siemens interne Abgrenzungen überwinden und Fachwissen bündeln. Dazu sollen die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure aufgelöst werden, deren Geschäftsbereiche künftig direkt der Konzernführung unterstellt werden.
Die derzeitigen Verantwortungsbereiche von Matthias Rebellius und Cedrik Neike, die Smart Infrastructure bzw. Digital Industries leiten, könnten neu verteilt werden. Die verbleibenden Einheiten sollen enger zusammenarbeiten, um doppelte Strukturen und parallele Entwicklungen zu vermeiden. Auch in den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Entwicklung sind Anpassungen zu erwarten.
Siemens lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht der Handelsblatt über die Pläne ab und verwies darauf, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei. Stand September 2025 beschäftigt Smart Infrastructure weltweit rund 79.400 Mitarbeiter, während die Gesamtbelegschaft von Siemens bei etwa 318.000 liegt.
Die Umstrukturierung unterstreicht das Bestreben des Konzerns nach stärkerer Integration und Effizienz. Sollten die Pläne genehmigt werden, würden sie die internen Abläufe grundlegend verändern, die Mitarbeiterzahl bliebe jedoch vorerst unverändert. Ein Zeitplan für die Umsetzung steht bisher noch aus.






