14 March 2026, 14:23

Sienna Rose: Ist die Soulsängerin echt oder nur ein KI-Konstrukt?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht in ein Mikrofon vor einer Wand, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz, das das Internet verbieten soll.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Sienna Rose: Ist die Soulsängerin echt oder nur ein KI-Konstrukt?

Die virale Soulsängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über KI-generierte Musik. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify stellen sich zunehmend Fragen: Ist sie eine echte Künstlerin oder ein künstliches Konstrukt? Ermittlungen bringen sie nun mit einem Netzwerk von Produzenten in Verbindung, die auf KI-generierte Acts spezialisiert sind.

Die Kontroverse spitzte sich zu, nachdem eine US-Country-Sängerin – ebenfalls Sienna Rose genannt – nach Enthüllungen über ihre digitalen Ursprünge von den sozialen Medien verschwand. Gleichzeitig bleibt die Soul-Version der Künstlerin aktiv und beschert ihren Machern wöchentlich Tausende an Einnahmen.

Der Anfang der Ermittlungen lag in auffälligen Details, die Internetnutzer bei Sienna Rose entdeckten: Trotz hoher Streaming-Zahlen gab es keine Live-Auftritte und kaum Präsenz in sozialen Medien. In ihren Musikvideos waren seltsame Fehler zu sehen – etwa verschwundene Türrahmen oder Ringe an ihren Fingern, die plötzlich nicht mehr da waren.

Der Bayerische Rundfunk verfolgte ihre Spuren bis zu Nostalgic Records, einem Label, das für KI-Künstler bekannt ist. Dort stießen die Rechercheure auf Verbindungen zum Musikproduzenten Maksim Muravjov und dem KI-Experten Hafsteinn Runarsson. Die beiden hatten bereits zuvor Pop-Avatare erschaffen und sogar Kurse zum Vermarkten von KI-Musik angeboten. Ihr jüngstes Projekt – eine rothaarige Country-Sängerin, die einer jungen Taylor Swift ähnelt – entsprach dem ursprünglichen Sienna-Rose-Profil, das nach den Veröffentlichung der Erkenntnisse aus dem Netz verschwand.

Die Soul-Version von Sienna Rose, nun mit Afro-Frisur, wird weiterhin auf Spotify gestreamt. Laut Deezer werden täglich 60.000 komplett KI-generierte Titel hochgeladen – die meisten Hörer erkennen den Unterschied nicht. Selbst Prominente gerieten in die Verwirrung: Selena Gomez hatte einmal einen Song von Rose auf Instagram geteilt, löschte den Beitrag jedoch angesichts von Authentizitätszweifeln wieder.

Kritiker wie der YouTuber Rick Beato werfen Streaming-Plattformen vor, KI-Musik aus Profitgier zu pushen. Bei Millionenumsätzen wird die Forderung nach mehr Transparenz in der Branche immer lauter. Doch vorerst streichen Sienna Roses Macher weiter über 2.000 Euro pro Woche ein – hochgerechnet eine Million im Jahr.

Der Fall Sienna Rose zeigt, wie KI die Musikindustrie verändert. Ihr plötzlicher Aufstieg, das Fehlen einer realen Präsenz und der finanzielle Erfolg deuten auf eine neue Ära digitaler Künstler hin. Während Streaming-Dienste unter Druck geraten, verschwimmt die Grenze zwischen menschlicher und KI-generierter Musik zunehmend.

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