Studierende entwerfen lebendiges Quartier auf dem Rennelberg-Gelände in Braunschweig
Michael TextorStudierende entwerfen lebendiges Quartier auf dem Rennelberg-Gelände in Braunschweig
Neue Visionen für das ehemalige Gefängnis Rennelberg: Studierende der TU Braunschweig entwerfen lebendiges Stadtviertel
Am ehemaligen Gefängnisstandort Rennelberg nimmt eine neue Vision Gestalt an – dank der Ideen von Studierenden der Technischen Universität Braunschweig. Ihre Entwürfe zur Umwandlung des Geländes in ein lebendiges Stadtviertel sind noch bis zum 20. Mai im Foyer des zweiten Obergeschosses des Rathauses zu sehen. Die Pläne entstehen zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt weitreichende Veränderungen an diesem historischen Ort vorbereitet.
Das Projekt startete, nachdem der Verwaltungsausschuss der Stadt im Dezember 2018 einen Beschluss fasste, einen Entwicklungskonzept für das Rennelberg-Gelände zu erarbeiten. Seitdem haben die Studierenden kreative Wege erkundet, um das ehemalige Gefängnis und seine Umgebung neu zu nutzen. Drei Entwürfe stachen im Wettbewerb besonders hervor.
Der mit dem ersten Platz prämierte Entwurf "Von Mauern zu Miteinander: Die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg" schlägt ein offenes Quartier mit einem zentralen Platz vor, der als kreativer Campus gestaltet werden soll. Der zweite Preis ging an "Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen", ein Konzept, das die Isolation des Geländes durch einen "Klima-Wald"-Park aufbrechen will. Der dritte Platz "Nachbarschaft statt Gefängnis: Gemeinschaft statt Mauern" wiederum sieht eine neue "Rennelbergtwete" als Straße und einen "Rennelbergplatz" als zentralen Ort vor, ergänzt durch eine Quartiersgalerie, die bestehende Strukturen erhält.
Obwohl die Entwürfe frische Impulse liefern, hat die Stadt noch keine konkreten Bauvorhaben eingeleitet. Die Verantwortlichen warten zunächst auf den Ausgang des Verkaufsverfahrens für das Gefängnisgelände, bevor entscheidende Weichen gestellt werden. Sobald ein klarer Plan für die ehemalige Haftanstalt vorliegt, sollen die Diskussionen auf das umliegende Areal ausgeweitet werden – wobei die Arbeiten der Studierenden als Ausgangspunkt dienen.
Bevor langfristige Veränderungen umgesetzt werden, übernimmt der Standort jedoch vorläufig eine neue Rolle: Im Juni wird das alte Gefängnis als temporäre Festivalfläche für das Theaterformen-Festival dienen.
Die studentischen Entwürfe geben einen Ausblick darauf, was aus dem Rennelberg-Areal werden könnte. Konkrete Schritte hängen jedoch vom Verkauf des Geländes ab. Falls die Pläne umgesetzt werden, könnte aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt und ihrer Umgebung ein modernes Stadtviertel entstehen. Bis dahin haben Anwohnerinnen und Anwohner noch bis zum 20. Mai die Möglichkeit, sich die Vorschläge im Rathaus anzusehen.






