Stuttgart 21: Bahn-Projekt verzögert sich bis 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Wilhelm RoskothStuttgart 21: Bahn-Projekt verzögert sich bis 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Die Eröffnung des unterirdischen Bahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich erneut. Die Deutsche Bahn strebt nun eine Fertigstellung im Jahr 2031 an – fünf Jahre später als zuletzt geplant. Das bereits seit Jahren im Rückstand befindliche Großprojekt sieht sich weiterhin mit massiven Rückschlägen konfrontiert.
Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 begannen 2010 mit einem ursprünglichen Budget von 4,5 Milliarden Euro. Kernstück des Vorhabens ist ein neuer Tiefbahnhof, der den bestehenden Kopfbahnhof ersetzen soll. Im Laufe der Zeit formierte sich wachsender Widerstand gegen das Projekt, der den Grünen 2011 den Einzug als zweitstärkste Kraft in den Landtag von Baden-Württemberg ermöglichte.
Mittlerweile hat die Deutsche Bahn die Kostenschätzung auf 14,5 Milliarden Euro nach oben korrigiert. Anfang Juni forderte Ministerpräsident Cem Özdemir eine Beschleunigung der Arbeiten. Später nannte Vorstandschefin Evelyn Palla digitale Herausforderungen als Hauptgrund für die Verzögerungen.
Untersuchungen förderten über 1.000 Kilometer falsch verlegte Kabel und Leitungen zutage, die ausgetauscht werden müssen. Kritiker monieren zudem unzureichende Brandschutzvorkehrungen und technische Mängel in der ursprünglichen Planung.
Die Inbetriebnahme des Bahnhofs ist nun für 2031 vorgesehen. Die Kosten haben sich seit Projektbeginn mehr als verdreifacht. Umfassende Nachbesserungen und ungelöste technische Probleme stehen einer Aufnahme des Betriebs im neuen Verkehrsknotenpunkt noch entgegen.
