12 March 2026, 08:19

SWB-Chef Olaf Hermes tritt nach Grundstücksskandal in Bonn zurück

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SWB-Chef Olaf Hermes tritt nach Grundstücksskandal in Bonn zurück

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Grundstücksskandal in Bonn. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen umfangreiche Investitionen in die Wärme- und Verkehrsinfrastruktur der Stadt vorbereitet. Trotz der Kontroverse hat der Aufsichtsrat Hermes und der Führungsetage erneut seine Unterstützung ausgesprochen.

Der Skandal war erstmals im Dezember ans Licht gekommen, als Hermes Versuche lokaler Politiker aufdeckte, in ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar einzugreifen. Der kommunale Versorger hatte über die Flugplatzgesellschaft Hangelar, an der die SWB beteiligt ist, den Kauf eines 3.000 Quadratmeter großen Geländes geprüft. Spätere Ermittlungen deuteten darauf hin, dass die Einmischung möglicherweise von den Interessen eines Bonner Busunternehmers getrieben wurde, der zugleich ein bedeutender CDU-Spender ist.

Der Aufsichtsrat, dem auch Daniel Rutte von den Grünen angehört, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht" und dass die Verantwortlichen für etwaiges Fehlverhalten weiterhin in ihren Ämtern blieben. Das Gremium stimmte dafür, trotz Hermes' Rücktrittsentscheidung weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Die SWB plant nun, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.

Hermes hat klargestellt, dass er sein Amt bis zum Sommer verlassen wird, und betont, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden. Sein Rückzug erfolgt in einer kritischen Phase, da die SWB bis zu drei Milliarden Euro in die Wärme- und Verkehrswende Bonns investieren will – gleichzeitig aber auch Einsparungen im ÖPNV anstrebt.

Bisher gibt es keine direkten Auswirkungen des Grundstücksskandals auf die geplanten Investitionen der SWB, doch die Affäre hat Forderungen nach mehr Transparenz laut werden lassen. Mit Hermes' Abgang steht das Unternehmen nun vor der Herausforderung, sowohl finanzielle als auch politische Hürden zu meistern, während es seine langfristigen Projekte vorantreibt. Die Staatsanwaltschaft wird die Ergebnisse des internen Berichts nun prüfen.

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