14 June 2026, 04:15

Ulla Schmidt fordert radikale Reformen für das "kaputte" Pflegesystem Deutschlands

Ulla Schmidt fordert höhere Rentenalter

Ulla Schmidt fordert radikale Reformen für das "kaputte" Pflegesystem Deutschlands

Ulla Schmidt, Vorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, fordert grundlegende Reformen des deutschen Pflegesystems. Sie kritisiert, dass das aktuelle System fehlerhaft und zu zersplittert sei. Zu ihren Vorschlägen gehören eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie eine Neuordnung der Finanzierung der Pflege.

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Schmidt bezeichnete das bestehende Pflegesystem als „kaputt und unzusammenhängend“. Sie wies darauf hin, dass gesetzlich und privat Versicherte zwar dieselben Leistungen erhielten, die Systeme jedoch weiterhin getrennt blieben. Als Lösung schlägt sie vor, alle Einnahmen aus den Pflegebeiträgen in einen zentralen Fonds zusammenzuführen. Dieser soll dann einheitlich für gemeinsame Prioritäten aufgewendet werden.

Zudem plädiert sie dafür, Steuer- und Pflegereformen miteinander zu verknüpfen. Schmidt hält eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters für notwendig – kombiniert mit besseren Anreizen, länger zu arbeiten. Gleichzeitig betonte sie, dass diejenigen, die ihren Berufsweg nicht verlängern können, nicht abgehängt werden dürften und besondere Unterstützung bräuchten.

Laut Schmidt ließen sich diese Änderungen zügig umsetzen. Ein einfacher Bundestagsbeschluss reiche aus, Verfassungsänderungen seien nicht erforderlich. Darüber hinaus forderte sie eine breite Debatte darüber, wer welche familienpolitischen Leistungen finanzieren solle.

Ihr Plan zielt darauf ab, die Finanzierung der Pflege zu vereinfachen und mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Durch die gebündelten Beiträge entstünde ein effizienteres, einheitliches System. Die Reformen sollen zudem die Lücken schließen, die für Beschäftigte bestehen, die ihr Renteneintrittsalter nicht hinauszögern können.

Quelle