Unerwartetes Geothermie-Potenzial in Norddeutschland entdeckt – diese Karten zeigen, wo Wärme aus der Tiefe schlummert
Michael TextorUnerwartetes Geothermie-Potenzial in Norddeutschland entdeckt – diese Karten zeigen, wo Wärme aus der Tiefe schlummert
Eine neue Kartenserie offenbart ungenutztes Potenzial für tiefe Geothermie in Norddeutschland. Der Geothermiedienst Niedersachsen (NGD) veröffentlichte die Ergebnisse und hebt Regionen hervor, in denen Wärme aus uralten Gesteinsschichten Haushalte und Industrie betreiben könnte. Fachleute sind überzeugt, dass diese Ressource eine Schlüsselrolle bei der Energiewende des Bundeslandes spielen wird.
Im Mittelpunkt der Karten steht die Exter-Formation, eine über 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht. In Tiefen von bis zu 2.600 Metern finden sich dort wasserdurchlässige Sandsteine, die ideal für die geothermische Nutzung sind. Das Thermalwasser aus diesen Schichten erreicht Temperaturen von über 100 Grad Celsius und eignet sich damit für Fernwärme und großindustrielle Anwendungen.
Für die Erstellung der Serie werteten Geothermie-Expert:innen des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Daten von mehr als 1.100 Tiefenbohrungen aus. Ihre Arbeit hilft, die vielversprechendsten Standorte zu lokalisieren und teure Erkundungsbohrungen zu reduzieren. Die meisten bestehenden Geothermie-Anlagen in Deutschland erreichen bereits Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern, doch hohe Anfangsinvestitionen und Erkundungsrisiken haben die Entwicklung im Norden bisher gebremst.
Die Nachfrage nach tiefer Geothermie steigt bei Kommunen, regionalen Versorgern und energieintensiven Unternehmen in Niedersachsen. Die Technologie funktioniert, indem heißes Wasser über Bohrlöcher gefördert, seine Wärme an der Oberfläche genutzt und das abgekühlte Wasser anschließend wieder in den Untergrund geleitet wird. Die neuen Karten sind nun online abrufbar, zusammen mit weiteren Details auf der Website des LBEG.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass tiefe Geothermie zu einem Eckpfeiler der niedersächsischen Energiewende werden könnte. Durch die Identifizierung geeigneter Standorte sollen die Karten Hürden für Projektentwickler:innen und Investor:innen abbauen. Dies könnte die Nutzung dieser sauberen und zuverlässigen Wärmequelle in der gesamten Region beschleunigen.






