VW plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Lia JunitzVW plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Beschäftigte betroffen sein könnten. Zudem steht die Schließung von vier deutschen Werken im Raum. Der Schritt folgt auf Warnungen von Konzernchef Oliver Blume und anderen Führungskräften, die auf nicht wettbewerbsfähige Unternehmensbereiche hingewiesen hatten. Betriebsvertreter geben an, von den Plänen überrascht worden zu sein.
Zu den zur Diskussion stehenden Standorten gehören die Werke in Hannover und Emden, beide in Niedersachsen gelegen. Die Region übt erheblichen Einfluss auf Volkswagen aus, da das Land mit einem Anteil von 20,2 % über eine Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen verfügt. Die niedersächsische Landesregierung – eine Koalition aus SPD und Grünen – kontrolliert damit effektiv den Aufsichtsrat.
Die Herausforderungen für Volkswagen sind vielfältig: Sie reichen von den aus der Trump-Ära stammenden Zöllen über die wachsende Konkurrenz chinesischer Hersteller bis hin zu den Kostenvorteilen von Marken wie Škoda. Jahrelang hatte ein mächtiger links-grüner Block im Unternehmen hohe Löhne und eine große Belegschaft durchgesetzt. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro, während die Aktie derzeit bei 72,54 Euro notiert – bei einem KGV von 3,7 für das laufende Geschäftsjahr, das bis 2027 voraussichtlich auf 3,0 sinken wird.
Die geplante Verkleinerung markiert eine radikale Wende für Volkswagen nach Jahrzehnten des Wachstums. Die aktuelle Bewertung der Aktie und die Gewinnaussichten spiegeln den Druck zur Umstrukturierung wider. Die endgültigen Entscheidungen hängen von Verhandlungen mit dem Land und den Arbeitnehmervertretern ab.
