Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Michael TextorWarendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen trotz der Empfehlung eines Bürgergremiums, sie umzubenennen, beizubehalten. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über die historischen Bezüge der aktuellen Bezeichnungen. Anwohner und Ratsmitglieder bleiben in ihrer Bewertung des Ergebnisses gespalten.
Im Mittelpunkt der Kontroverse standen die Wagenfeldstraße, der Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße. Das Bürgergremium hatte eine Umbenennung vorgeschlagen, da Bedenken wegen der historischen Verknüpfungen der Namensgeber bestanden. Doch die Mehrheit im Rat – bestehend aus der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Freien Wählergemeinschaft (FWG) – lehnte den Vorschlag ab und verwies auf Haushaltszwänge.
Laut offiziellen Schätzungen hätten neue Straßenschilder die Stadt 5.700 Euro gekostet. Ratsmitglied André Wenning betonte, dass die Meinung der Anwohner für die endgültige Entscheidung ausschlaggebender gewesen sei. Kompromissvorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück anstelle der Gedenktafel für Agnes Miegel, wurden von der Mehrheit abgelehnt.
Reinhold Schoppmann, Vertreter des Bürgerbündnisses, kritisierte den Rat scharf dafür, die Empfehlung des Gremiums ignoriert zu haben. Trotz des Widerstands bleiben die Straßennamen nun unverändert – die Debatte damit aber ungelöst.
Die Entscheidung des Rates bedeutet, dass die drei Straßen ihre bisherigen Namen behalten. Ausschlaggebend waren letztlich finanzielle Erwägungen und die Haltung der Anwohner. Dennoch zeigt sich ein Teil der Gemeinde mit dem Verfahren unzufrieden.






