Weißes Ghost Bike in Zwintschöna mahnt zu mehr Radwegsicherheit auf der L167
Wilhelm RoskothWeißes Ghost Bike in Zwintschöna mahnt zu mehr Radwegsicherheit auf der L167
Ein weiß gestrichenes Ghost Bike steht nun am Friedrichsbad in Zwintschöna – eine stille Mahnung an den Ort, an dem im vergangenen Jahr ein 64-jähriger Radfahrer ums Leben kam. Die vom ADFC Halle-Saalekreis aufgestellte Gedenkstätte lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Bedenken zur Verkehrssicherheit für Radfahrer auf der Landesstraße 167. Verkehrssicherheitsaktivisten fordern dringend Veränderungen, um weitere Tragödien zu verhindern.
Der tödliche Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025, als der Radfahrer mit einem Auto zusammenstieß, das von einer 56-jährigen Frau gelenkt wurde. Der Vorfall passierte auf der Landesstraße 167, wo derzeit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erlaubt sind. Der ADFC kritisiert diese hohen Tempolimits als unvereinbar mit der Sicherheit gefährdeter Verkehrsteilnehmer.
Am 1. April 2026 platzierte der ADFC das Ghost Bike an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad. Es handelt sich um das erste derartige Mahnmal in Sachsen-Anhalt. Die Initiative argumentiert, dass das Fehlen dedizierter Radwege auf Landesstraßen zu vermeidbaren Todesfällen beiträgt.
Der ADFC drängt nun auf sofortiges Handeln: Die Höchstgeschwindigkeit an der Unfallstelle soll auf 70 km/h reduziert werden. Zudem fordert der Verband einen separaten Radweg entlang der Landesstraße 167, um Radfahrer vom schnellen Autoverkehr zu trennen. Langfristiges Ziel ist die Vision Zero – ein Verkehrssystem ohne Tote oder Schwerverletzte.
Das Ghost Bike dient sowohl als Gedenkstätte als auch als Warnung. Es unterstreicht den dringenden Bedarf an sicherer Radinfrastruktur in ländlichen Gebieten. Die Behörden in Sachsen-Anhalt geraten zunehmend unter Druck, diese Probleme zu lösen, bevor weitere Menschenleben zu beklagen sind.






