Wohnfläche schrumpft: Mieter zahlen mehr für immer weniger Quadratmeter
Wilhelm RoskothWohnfläche schrumpft: Mieter zahlen mehr für immer weniger Quadratmeter
Bezahlbarer Wohnraum in Deutschland schwindet rasant. Eine neue Studie zeigt: In 60 von 80 Großstädten erhalten Mieter für ihre Miete heute mindestens 10 Prozent weniger Fläche als noch 2020. Seit 2022 hat sich die Lage weiter verschärft – mit drastischen Rückgängen in Städten wie Berlin, Hamburg und Gelsenkirchen.
Besonders betroffen ist Berlin. Für dieselbe Miete bekommen Mieter heute 16 Quadratmeter weniger als 2022. Hamburg folgt mit einem Verlust von 12 Quadratmetern, Mainz mit 9 Quadratmetern. Noch deutlicher wird der Trend in Wiesbaden: Im März 2022 deckte eine Kaltmiete von 1.000 Euro noch 91 Quadratmeter ab – 2024 sind es nur noch 82 Quadratmeter, ein Minus von 9,9 Prozent in nur vier Jahren.
Im Ruhrgebiet sind die Verluste besonders gravierend. In Gelsenkirchen erhalten Mieter für 1.000 Euro Miete heute 29 Quadratmeter weniger als in den Vorjahren. Experten nennen als Hauptgründe die gestiegenen Baukosten, höhere Instandhaltungskosten, Zinserhöhungen und veränderte Nachfrage. Zudem treiben der „Überlaufeffekt“ und der „Nachholeffekt“ die Mieten in die Höhe, während die verfügbare Wohnfläche schrumpft.
Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass sich die Situation ohne gezielte Förderung des Wohnungsbaus weiter verschlechtern werde. Er betont, dass sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und steigenden Mieten ohne Gegenmaßnahmen verfestigen könnte.
Die Studie offenbart ein klares Muster: Mieter in ganz Deutschland bekommen für ihr Geld immer weniger. Da Baukosten und Zinsen hoch bleiben, wird sich der Druck auf bezahlbaren Wohnraum vorerst nicht verringern. Die Städte stehen nun in der Pflicht, gegenzusteuern – sonst drohen weitere Kürzungen der Wohnfläche.






