18 March 2026, 18:22

Abschied vom Mummelsee-König: Ein Mythos geht in Rente

Gruppe von Schwarzflügelstelzen, die in einem See mit Bäumen und Hügeln im Hintergrund waten, Text unten.

Abschied vom Mummelsee-König: Ein Mythos geht in Rente

Drei Jahrzehnte lang hat Hermann Müller die Legende vom Mummelsee-König zum Leben erweckt. Verkleidet mit Seegras und auf meterhohen Stelzen schreitend, hat er Besucher mit Geschichten von Nymphen und Unterwasserpalästen begeistert. Jetzt, mit 70 Jahren, zieht er sich aus der Rolle zurück – doch ein Familienmitglied könnte bald seine Nachfolge antreten.

Der Mummelsee-König ist eine eindrucksvolle Erscheinung: in ein Gewand aus Seegras gehüllt, mit Dreizack in der Hand und einer Krone auf dem Haupt. Vor jedem Auftritt bemalt sich Müller das Gesicht grün und die Augen blau, um sich in den mythischen Herrscher zu verwandeln. Seine Stelzen, geformt wie übergroße Schuhe, verstärken die unheimliche Wirkung. Zwar hat er Freude daran, Erwachsene zu erschrecken, doch für Kinder, die auf ihn zukommen, hält er stets Süßigkeiten bereit.

Lokale Sagen warnen davor, Steine in den See zu werfen – das rufe einen Sturm herauf. Gleichzeitig ranken sich Geschichten um wunderschöne Nymphen, die "Mummleins", und einen Kristallpalast, der sich unter der Wasseroberfläche verbergen soll. Müllers Auftritte halten diese Erzählungen am Leben und locken neugierige Besucher in die Region des Schwarzwalds. Das Kostüm selbst gehört dem Hotel Mummelsee, das die Tradition unterstützt.

Vor zwei Jahren kündigte Müller erstmals seinen Rückzug an – die körperliche Belastung durch das Stelzenlaufen sei zu groß geworden. Lange Zeit fand sich kein Nachfolger. Nun aber zeigt sein Enkel Ben Interesse, die Rolle zu übernehmen. Sollte es dazu kommen, würde das Erbe des Mummelsee-Königs in die nächste Generation weitergetragen.

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Die Rolle erfordert Ausdauer, Showtalent und eine Leidenschaft für die heimische Sage. Müllers Abschied hinterlässt große Fußstapfen – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Ben könnte die Tradition jedoch fortbestehen und der Mummelsee-König ein lebendiger Teil der regionalen Folklore bleiben.

Quelle